Nikotinersatztherapie im Rahmen der Raucherwentwöhnung

Im Folgenden einen weiteren Aufsatz, den ich zusammen mit dem PTA-Tagebuch eingereicht habe.

Rauchen erhöht nicht nur das Krebsrisiko sondern führt im gesamten Organismus zu erheblichen Veränderungen. Tatsächlich sind die häufigsten Todesursachen bei Rauchern Herz-Kreislauferkrankungen (Bsp. Herzinfarkt, Schlaganfall, sonstige Verschlusskrankheiten).

Inhalatives Zigarettenrauchen gilt als entscheidender Risikofaktor für das Entstehen arteriosklerotischer Gefäßkomplikationen (durch Endothelschädigungen) , was auch zu Schädigungen an den Koronargefäßen führt.

Verantwortlich dafür ist neben Nikotin v.a. Kohlenmonoxid, das bei Verbrennungen entsteht und damit auch beim Rauchen vom Anwender im Hauptstrom eingeatmet wird.

Kohlenmonoxid führt zu einer Verschlechterung der Fließeigenschaften des Blutes, da die Sauerstoffversorgung gestört wird, da Kohlenmonoxid mit der Häm-Gruppe der roten Blutkörperchen Komplexe bildet. Kohlenmonoxid besitzt nämlich eine etwa 200fach höhere Affinität zu Hämoglobin als Sauerstoff. Dadurch kann das Hämoglobinmolekül seine Aufgabe des Sauerstofftransportes zur Sauerstoffversorgung der einzelnen Organe weniger gut erfüllen, da einerseits Sauerstoff seltener an Hämoglobin bindet und anderseits die Bindung an Hämoglobin durch Kohlenstoffmonoxid stärker ist, sodass es letztlich auch nicht am Bestimmungsort ankommt. Zwar besitzt der menschliche Körper auch eine sog. Methämoglobinreduktase, deren Aufgabe es ist genau diese Komplexe zu neutralisieren, allerdings ist deren Arbeitskapazität auch begrenzt.

Raucher erreichen teilweise Werte von über 10 % CO-Hämoglobingehalt.

Ab einem Wert von 15% muss schon mit klinischen Symptomen gerechnet werden.

 

Weitere Bestandteile des Zigarettenrauches sind z.B. Epoxide, polyzyklische Aromate, N-Nitroseverbindungen, Nickeltetracarbonyl und Cadmium-Verbindungen. Von diesen Stoffen sind kanzerogene Wirkungen bekannt. Allerdings liegt die Kanzerogenität bei Rauchern so hoch, dass sie nicht allein durch im Vorhandensein dieser Stoffe begründet sein kann. Weiteres ist noch nicht geklärt.

 

Eine weitere Folgeerkrankung, die ein Raucher früher oder später entwickelt, ist eine chronische Bronchitis, da die Zilien des Flimmerepithels durch enthaltene Stoffe wie Aldehyde, Ketone, Säuren, Phenole, Metallverbindungen etc. zerstört werden.

Die für die psychische und physische Abhängigkeit verantwortliche Substanz ist natürlich Nikotin.

Die Menge an Nikotin, die mit dem Hauptstrom aufgenommen wird (20%) und dann letztendlich in der Lunge resorbiert wird (davon 90%) beträgt zur ursprünglich in der Zigarette enthaltenen Menge 18%, d.h. bei einer Zigarette, die 12mg Nikotin enthält, werden schließlich 2,16mg resorbiert.

Die letale Dosis für einen Erwachsenen beträgt im Übrigen 50mg.

Da Nikotin über die Bronchialschleimhaut und die Bronchiolen relativ schnell im Gehirn ankommt wird der spürbare Effekt auch recht schnell deutlich.

Nikotin wirkt euphorisierend, atemstimulierend und pulserhöhend. Daher ist nachvollziehbar, dass „die Kippe am Morgen“ für viele Raucher den Start in den Tag darstellt, dass für viele Raucher die Kippe da sein muss, da ansonsten direkt zu Entzugserscheinungen wie Gereiztheit, Nervosität, Konzentrationsschwäche, Kopfschmerzen und auch einem starken Hungergefühl kommt.

Die Problematik beim „Loskommen“ von Suchterkrankungen sind allerdings nicht unbedingt an 1. Stelle die genannten Entzugserscheinungen sondern v.a. das immer wieder einsetzende Verlangen aufgrund der Gewöhnung, aufgrund des mitunter jahrelangem Aufbau eines Suchtgedächtnisses.

Schwierig ist auch Desintegration der simplen Tätigkeit „eine zu rauchen“ in den Tagesalltag, da meist eine Vielzahl von alltäglichen Handlungsabläufen mit dem Suchtgegenstand, in diesem Fall Rauchen, in Verbindung stehen.

An dieser Stelle zeigen Verhaltenstherapeutische Maßnahmen oft Wirkung. Das ist dann das Thema von Selbsthilfegruppen oder Privatsitzungen beim Therapeuten oder mitunter auch einfach privates Tagebuchschreiben o.ä., was immer hilft hilft.

Was wir als Apotheke freiverkäuflich anbieten können nennt sich „Nikotin-Ersatztherapie“.

Dabei gibt es je nach Anbieter zwei Modelle.

Raucherentwöhnung mit sofortigen Rauchstopp oder Raucherentwöhnung mit anschließendem Rauchstopp. Das Ziel ist so oder so komplett mit dem Rauchen aufzuhören.

Der Vorteil liegt darin, dass Nikotin dem Körper weiterhin zugeführt wird um Entzugserscheinungen und Verlangen zu mindern und man außerdem auf sämtliche schädlichen Zusatzstoffe, die im Zigarettenrauch noch vorhanden sind, verzichtet.

Mögliche Darreichungsformen sind Lutschtabletten, Kaugummis, Sprays, Inhaler, und z.B. Pflaster.

Die Dosis der Nikotin-Ersatzpräparate richtet sich nach der ursprünglichen Rauchdosis zu Beginn der Therapie.

Ehemals starke Raucher profitieren erfahrungsgemäß von einer kombinierten Therapie aus Pflastern und Lutschtabletten etc., mäßig starke und Raucher mit weniger Zigaretten pro Tag können eher auch mit der alleinigen Anwendung von Kaugummis zum Erfolg gelangen oder mit der erst späteren Umstieg auf Pflaster.

Der Vorteil von Pflastern liegt bei einer kontinuierlichen Wirkstofffreisetzung. Der Nachteil, und damit auch der Grund weshalb sich Pflaster oft nicht als Einstieg in ein rauchfreies Leben eignen, liegt darin ebenfalls, da es nicht dem ursprünglichen Rauchmuster entspricht, denn das Suchtgehirn, das Gehirn allgemein, reagiert auf die Befriedigung eines dringenden Bedürfnisses (Rauchen wollen) auf konditionierte Art, im Falle von Rauchern i.d.R. Belohnung. Bei einem dauerhaften Reiz kommt es nicht zum Aufbau des Bedürfnisses in gewohnter Form und es fallen direkt Unmengen von Bestätigungen pro Tag weg, die ein Gehirn auf Entzug so dringend braucht, wodurch das gesamte Unterfangen gleich zu Beginn sehr unbefriedigend sein kann.

Allgemein wird empfohlen eine Nikotinersatztherapie nicht länger als 6 Monate fortzuführen.

Außerdem darf sie nicht angewendet werden bei: Angina pectoris, Herzinfarkt, Schlaganfall, schwere Arrythmien, hochgradige Hypertonie und bei schweren arteriellen Verschlusskrankheiten.

 

Im Folgenden ein kurzer Ausblick über die Möglichkeiten einer Nikotinersatztherapie mithilfe von Nicorette.

 

Nicorette bietet alle bereits genannten Darreichungsformen an.

Kaugummis sind erhältlich in 3 Geschmacksrichtungen (freshmint, freshfruit, whitemint) und zwei Stärken (2mg, 4mg).

Die 4mg Kaugummis sind gedacht für ehemalige Raucher, die 20 Zigaretten pro Tag oder mehr geraucht haben. Wer weniger geraucht hat sollte es zunächst mit den 2mg Kaugummis probieren.

Als weiteren Indikator für eine starke Abhängigkeit sieht Nicorette die erste Zigarette des Tages innerhalb von 20 Minuten nach dem Aufstehen zu rauchen (bzw. zu rauchen zu wollen). Das Verfahren leibt bei beiden Stärken gleich, auch die Maximalmenge von 16 Kaugummis pro Tag besteht bei beiden.

Entschließt man sich für die Raucherentwöhnung mit anschließendem Rauchstopp ist der Plan seinen Konsum nach und nach zu reduzieren bis man auf null ist.

Die ersten 6 Wochen sind dem Ziel gewidmet auf min. 50% weniger Zigaretten pro Tag zu kommen. Das sind bei einer Ausgangslage von 20 Zigaretten pro Tag im Durchschnitt jeden 4. Tag eine weniger. Also überlegt man sich zu Beginn und dann alle vier Tage (in diesem Fall) welche Zigarette am einfachsten zu substituieren ist und ersetzt diese durch das Kaugummi.

Nach 6 Wochen reduziert man weiter bis man innerhalb von 6 Monaten gar nicht mehr raucht. Genauso beginnt man auch die Kaugummis zu reduzieren.  Als Empfehlung von Nicorette gilt die Kaugummis abzusetzen sobald man bei einem bis zwei pro Tag angelangt ist.

Wichtig bei den Kaugummis ist, dass sie auch wirklich gekaut werden, nicht gelutscht. Sobald man den Geschmack schmeckt den Kaugummi in die Wangentasche schieben bis der Geschmack wieder nachlässt, wieder kauen und in die andere Seite schieben. Das sollte etwa 30 Minuten anhalten.

Mehr als 16 Kaugummis pro Tag sollte man keinesfalls nehmen.

Entschließt man sich für einen sofortigen Rauchstopp substituiert man direkt nur mit den Kaugummis (oder z.B. Tabletten). Als Richtwert in den Ersten Wochen gelten 8-12 Kaugummis pro Tag, sofern man nicht sowieso schon unter dieser Dosis ist.

Nach 4 – 6 Wochen sollte man anfangen die Anzahl der Kaugummis pro Tag zu reduzieren und die Zeiten zwischen ihnen immer weiter zu verlängern bis man nur noch zwei pro Tag braucht, dann kann man absetzen.

In Schwangerschaft oder Stillzeit sollten sämtliche Produkte mit Nicotin nicht angewendet werden, allerdings kann nach Rücksprache mit dem Arzt zur Einsicht gekommen werden, dass das Nutzen-Risiko-Verhältnis z.B. bei nikotinhaltigen Kaugummis gegenüber Zigaretten positiver ist.

Ein weiteres Nicorette-Produkt ist der Inhaler.

Der Vorteil dabei ist die ähnliche Handhabung wie beim Rauchen einer Zigarette.

Auch hier gilt die Grenze von 20 Zigaretten oder weniger pro Tag oder mehr als 20 Zigaretten und auch hier kann unterschieden werden zwischen sofortigem Rauchstopp (dabei wird jede Zigarette durch den Inhaler ersetzt) oder Rauchentwöhnung mit anschließendem Rauchstopp.

In den Inhaler eingesetzt werden sog. Patronene. Eine Patrone reicht für 7 Anwendungen.

Eine Anwendung dauert 10-20 Minuten, da der Nikotingehalt geringer als bei einer herkömmlichen Zigarette ist, sodass entsprechend häufiger gezogen werden muss.

Als Richtwerte gelten:

3-4 Patronen bei gerauchter Zigarettenmenge pro Tag vor Beginn der Anwendung von max. 20 Zigaretten.

4-6 Patronen bei gerauchter Zigarettenmenge pro Tag vor Beginn der Anwendung ab 21 Zigaretten.

Diese Werte gelten auch bei verzögertem Rauchstopp.

Die ersten 12 Wochen wird mit diesen Werten fortgefahren, dann wird begonnen die Züge am Inhaler zu reduzieren. Abgesetzt werden kann wenn man nur noch eine Anwendung pro Tag braucht.

Am Inhaler selbst kann im Übrigen tatsächlich wie an einer Zigarette gezogen werden.

Vorsicht ist in diesem Fall nur geboten, da die benutzten Patronen immer noch kleine Nikotinmengen enthalten. Diese daher außer der Reichweite von Kindern aufbewahren.

Quellen

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Schutzmasken zur Senkung des Infektionsrisikos

Das ist einer der Aufsätze, die ich für das Tagebuch eingereicht habe:

Die momentane Masken-Situation ist chaotisch. Zu Beginn der Corona-Krise hieß es noch in vielen Medien, Masken jeglicher Art würden die Gesundheit durch ein falsches Sicherheitsgefühl gefährden und seien sowieso vollkommen nutzlos. Inzwischen ist die Maskenpflicht eingeführt, doch sämtliche momentan geschehenden Lockerungen führen natürlich nicht dazu die „Compliance“ im Hinblick auf das Tragen von Masken und das Einhalten von weiteren Sicherheitsregeln im Bezug auf die derzeitige Corona-Situation zu erhöhen.

In diesem Text allerdings geht es ausschließlich um die verschiedenen Arten von Masken, die momentan im Alltag einer öffentlichen Apotheke beratungstechnische Relevanz haben.

Ich weise an dieser Stelle ausdrücklich darauf hin, dass sonstige Sicherheitsmaßnahmen (z.B. Abstand halten, Gruppenansammlungen meiden), ob apothekenbezogen (z.B. Botendienste) oder nicht, in diesem Text nicht behandelt werden, genauso wenig wie auf die gesetzlichen Bestimmungen zur Abgabe und zum Verkauf bestimmter Arten von Masken, da diese durch die gesetzgebenden Instanzen selbst nicht abschließend geklärt zu sein scheint. Nichtdestotrotz ist es für uns als Apotheke im Gespräch mit dem Kunden beratungsrelevant, da der Markt momentan chaotisch ist und Masken nicht nur bei uns sondern gefühlt überall und nirgendwo zu finden sind. Genau das ist auch eine der Themen, die Kunden immer wieder ansprechen. Sie berichten von Apotheken, die Masken einzeln verkaufen, von Apotheken, die als FFP2 deklarierte Masken für 15€ verkaufen und davon, dass selbst Hörakustiker oder Gemüsehändler FFP2-Masken verkaufen und gefühlt jeder sonstige wiedereröffnete Einzelhändler verkauft OP-Masken und selbstgenähte Stoffmasken, und immer wieder taucht die Frage auf, welche Unterschiede es zwischen den verschiedenen Arten gibt, ob Staubsaugerbeutel und selbstgenähte Masken ausreichen, warum manche Masken ein Ausatmungsventil haben und was FFP-Masken überhaupt sind.

Zunächst einmal werde ich an dieser Stelle aufhören einfach nur von „Masken“ zu sprechen und die verschiedenen Arten genauer deklarieren.

Dass es im Zuge der Corona-Pandemie nicht um Faschingsmasken o.ä. geht sollte klar sein, daher wird die Definition an dieser Stelle schon einmal auf „Schutzmasken“ beschränkt.

Darunter versteht man eine Art von Maske, die das Gesicht ganz oder teilweise bedeckt und dem Schutz dieses, oder Teilen von diesem dient, genauso wie dem Schutz der Atemorgane.

Eine Schutzmaske ist demnach auch eine Tauchermaske oder z.B. eine Fechtmaske.

Ich werde im Folgenden auf diese drei Arten von Schutzmaskengruppen eingehen, die in der öffentlichen Apotheke im Verkauf, am Personal oder auch am Kunden vorkommen: Alltagsmasken, medizinischer Mund-Nasen-Schutz und Atemschutzmasken. Diese aufgezählten Masken sind „Halbmasken“. Eine Fechtmaske z.B. wäre eine Vollmaske.

 

Um der „Mundschutzpflicht“ zu genügen sind alle dieser drei Formen von Schutzmasken anwendbar, genauso auch wie ein einfacher Schal, oder sonstige Bedeckung von Mund und Nase.

 

Genau an dieser Stelle ergibt sich allerdings schon oft der erste Anwendungsfehler. Gefordert ist eine Bedeckung von „Mund und Nase“, denn beides sind wichtige Eintrittspforten zu den Atmungsorganen. Gerade weil man bei einigen Patienten schon im Frühstadium ihrer Infektion eine erhöhte Viruskonzentration im Rachenbereich festgestellt hat wird davon ausgegangen, dass das einer der Gründe für die so groß vermutete Ansteckungsrate sein kann. Daher ist es wichtig überhaupt eine Schutzmaske zu tragen um den Mund zu bedecken und das Risiko einer Übertragung durch Tröpfcheninfektion (z.B. durch Sprechen) zu senken. Allerdings hat man v.a. in schleimproduzierenden Becher- und Flimmerzellen der Nase eine erhöhte Genexpression von Genen, die mit dem Viruseintritt assoziiert sind, festgestellt, was auch sehr für eine große Bedeutung nasaler Verbreitung des Virus spricht. Die Bedeckung nur des Mundes ist gerade im Hinblick auf diese Erkenntnisse nicht zielführen.

Die eigentliche Bezeichnung einer „OP-Maske“ als „medizinischer Mund-Nasen-Schutz“ kennzeichnet die richtige Trageweise auch schon im Namen, dennoch sieht man immer wieder Menschen, die sie so nicht tragen.

 

Der medizinische Mund-Nasen-Schutz wird auch als „OP-Maske“ bezeichnet, weil er z.B. im Zuge einer chirurgischen Operation vom Chirurg getragen wird um die offenen Stellen des Patienten nicht durch Tröpfcheninfektion durch den Chirurgen und das OP-Team zu kontaminieren.

Damit dient die Maske dem Schutz des Patienten und nicht des Chirurgen selbst und ist damit nach MPG §3 Abs. 1a ein Medizinprodukt.

Eine Op-Maske besteht aus ein- oder mehrlagigen Papier- oder Vliesschichten, tlw. auch aus einer mittleren Filterschicht und einem Draht auf der vorderen Oberseite zur Befestigung der Maske an der Nasenpartie und Gummibändern zur Befestigung an den Ohren. Einige Produkte weisen auch eine Nasenkammer auf.

Die OP-Maske dient dem Schutz des Chirurgen nur in der ersten Abwehr von Spritzer ggf. kontaminierter Flüssigkeiten.

Genauso ist dies auch im Zuge der Corona-Situation zu betrachten. Wird der Träger aus ausreichend weiter Entfernung z.B. angehustet ist es nicht so, dass eine OP-Maske gar keinen Schutz bietet. Ein gewisser Spritzwiderstand ist gegeben, die Viruslast der Atemluft wird verringert. Steht derjenige allerdings einem direkt gegenüber ist die Geschwindigkeit des Tröpfchenfluges (beim Husten) und der damit entstehende Druck zu stark. Der Träger selbst schützt sich v.a. insofern, dass es sich nicht mehr bzw. weniger oft ans Gesicht (Mund, Nase) fasst und damit sich womöglich an seinen Händen befindliche Kontamination dadurch nicht direkt an die Eingangspforten befördert.

In 1. Linie aber schützt eine Maske dieser Art das Umfeld des Trägers mechanisch vor einer höheren Viruskonzentration sozusagen in der „Sprechluft“.

 

Der Unterschied zwischen einem „medizinischen Mund-Nasen-Schutz“ und einer selbstgenähten Maske ist dass ein medizinischer Mund-Nasen-Schutz in oben genannte Parameter wie z.B. „Spritzwiderstand“ und  anderen (z.B. bakterielle Filterleistung, Ausatemwiderstand) um verkehrsfähig zu sein (im europäischen Wirtschaftsraum) einer Norm entsprechen muss.

Als Medizinprodukt wird die OP-Maske mit dem CE-Kennzeichen gekennzeichnet. Dieses wird nach bestandenem Konformitätsbewertungsverfahren erteilt. Die jeweiligen EU Normen sind der Qualitätsstandart, sozusagen der Basiswert dieser Konformitätsbewertungsverfahren.

Je nach Risikoklasse des Medizinproduktes kann die Prüfung auf Konformität durch den Hersteller selbst (Klasse 1) erfolgen, oder muss durch ein unabhängiges Prüfinstitiut erledigt werden (Klasse 2 und 3).

 

Parameter, die im Bezug auf einen medizinischen Mund-Nasen-Schutz geprüft werden sind u.a. die bakterielle Filterleistung, die Druckdifferenz und der Spritzwiderstand.

Die bakterielle Filterleistung gibt die Leistungsfähigkeit des Materials hinsichtlich dessen Verwendung als Barriere gegen bakterielle Penetration an, d.h. inwiefern das Material Widerstand gegen das Eindringen von Bakterien bietet. Anhand ihres Wertes bzgl. bakterieller Filterleistung werden OP-Masken in zwei Gruppen unterteilt. Typ I besitzt eine bakterielle Filterleistung von min. 95%, Typ II besitzt eine bakterielle Filterleistung von min. 98%.

Unter der Druckdifferenz wird die Luftdurchlässigkeit der stofflichen Barriere durch die Maske verstanden. Sie gilt auch als Indikator für den Atemwiderstand.

Dem Spritzwiderstand zugrunde gelegt ist die Fähigkeit einer medizinischen Gesichtsmaske der Penetration von synthetischem Blut, welches mit einem spezifisch festgelegtem Druck aufgebracht wird, zu widerstehen. OP-Masken, die diesem Parameter entsprechen sind Masken des Typ II, sie bekommen die Zusatzkennzeichnung R (d.h. Typ II R).

 

Neben Parametern dieser Art darf eine mit CE gekennzeichnete Maske aus keine Materialien bestehen, die den Träger schaden (z.B. krebserregende Stoffe oder zu hohe Keimbelastung des Ausgangsmaterials) oder verletzen (z.B. durch unsaubere Verarbeitung, scharfe Kanten oder Ecken) oder dem bestimmungsgemäßen Gebrauch nicht standhalten (z.B. indem sich Nähte oder Stoffe auflösen oder z.B. die Maske vor der vom Hersteller vorgegebenen Zeit durch die Atemluft und/oder die Luftfeuchtigkeit der Umgebungsluft durchweicht).

 

Alltagsmasken oder „Community-Masken“ oder „DIY-Masken“ unterliegen solchen gesetzlichen und norminativen Regelungen nicht.

Niemand gewährleistet, dass verwendete Materialien nicht schädlich sind, dass dem Nutzer die Chance gegeben wird die korrekte Anwendung einer individuellen Mund-Nasen-Bedeckung zu verstehen, oder dass er bei Unverständnis oder Beschwerden eine Bezugsadresse hat und es gibt auch keine Angabe irgendeines Zeitwertes für welche Anwendungsdauer eine Maske vorgesehen und geprüft wurde und sowieso sind „wenig gesicherte, generalisierbare Aussagen zu ihrer Effektivität als Schutz vor der Übertragung von Infekten oder Feinstaub“ zu treffen.

Der große Vorteil bei Alltagsmasken ist natürlich, v.a. durch den nicht vorhandenen bürokratischen und forschungs- bzw. prüfgegebenen Aufwand, die schnelle und einfache Produktion und auch wenn man wenig sichere Daten zur Wirksamkeit und Effektivität in diesem Bezug hat kann man zumindest davon ausgehen, dass die Atemstromgeschwindigkeit und der Speicheltröpfchenauswurf reduziert wird. Es besteht mitunter auch die Hoffnung, dass allgegenwärtiges Maskentragen das Bewusstsein für „social distancing“ (Abstand halten) stärkt.

So gesehen hat das Tragen von Alltagsmasken sicherlich ein eher positives Nutzen-Risiko-Verhältnis, aber ich denke, dass man zumindest im Hinblick auf die Unbedenklichkeit von Materialien darauf achten sollte möglichst keine Materialien zu verwenden, bei denen jetzt schon der Verdacht besteht gesundheitsschädlich zu sein, weil man das Verhältnis von sicherlich positiv zu ganz klar negativ verschiebt (z.B. Staubsaugerfilter, gefärbte Stoffe). Vor allem Staubsaugerfilter enthalten teilweise antibakterielle Pulver, die nach sachgemäßem Gebrauch nicht dazu vorgesehen sind freigesetzt zu werden sondern im Inneren des Filters sitzen.

Jedenfalls gilt sowohl für Alltagsmasken als auch für OP-Masken, dass eine direkte Keimbelastung reduziert werden kann, wen auch wahrscheinlich in unterschiedlichem Ausmaß, allerdings stellt keine dieser Ausführungen eine ausreichende Infektionsschutzmaßnahme dar, da im Wesentlichen nicht unbedingt durch das Vlies bzw. den Stoff geatmet wird sondern auch großteils daneben vorbei, was gerade in geschlossenen Räumen relevant ist.

Wichtig ist um den Schutz zu erhöhen, das Maskeninnere möglichst nicht mit den Händen zu berühren, v.a. nicht mit nicht gewaschen und desinfizierten Händen. Beim auf- und absetzen der Maske diese an den Schnüren oder Ohrbändern greifen und entsprechend anbringen.

Bei den klassischen grün-weißen oder blau-weißen OP-Masken ist die weiße Seite die innere Seite, die mit dem Gesicht direkt in Berührung kommt. Bei OP-Masken, die komplett weiß sind ist es i.d.R. die Seite, die unten liegt, wenn man sie aus der Packung nimmt.

OP-Masken haben im äußeren oberen Rand oft einen Draht um die Maske der Gesichts-Nasenkontur anzupassen. Dieser Rand kommt also nach oben.

Manche DIY-Masken haben dies ebenfalls.

Den Draht Draht mit der Hand entsprechend an die Nase drücken. Bis auf dieses eine Mal aber, wie gesagt, die Maske auch an der Außenseite so wenig wie möglich, möglichst überhaupt nicht berühren.

Auch vor dem Absetzen der Maske die Hände wieder waschen und desinfizieren.

OP-Masken sind Einwegprodukte und weichen durch die Ausatmungsluft v.a. beim Sprechen schnell durch.

Durch die momentane Corona-Situation besteht eine pandemiebedingte Ausnahmeregelung, dass Masken nach entsprechender hinreichender Dekontamination wiederverwendet werden können, allerdings ist noch nicht abschließend geklärt wie so eine Dekontamination auszusehen hat.

Alltagsmasken sind i.d.R. waschbar. Hierbei kommt es auf die verwendeten Materialien an, z.B. Jerseystoffe überstehen eine Wäsche bei 60 Grad nicht unbedingt, wobei man davon ausgeht, dass der Corona-Virus lipophil ist weshalb wichtig v.a. die Verwendung von Seife bzw. eines Waschmittel ist.

Auch beim Händewaschen wird daher immer die Verwendung von Seife betont.

Allerdings kommt es ja auch darauf an nicht das Risiko einer Superinfektion unnötig zu erhöhen und das Waschen von Masken bei 40 Grad mit Waschmittel bringt wahrscheinlich etwas gegen den Corona-Virus, tötet aber eine Vielzahl von Bakterien nicht ab, die sich dann beim weiteren Tragen der Maske im feucht-warmen Klima der Ausatemluft an der Innenseite der Maske wunderbar vermehren und die der Träger dann wieder einatmet.

Neben Alltagsmasken und OP-Masken gibt es noch Atemschutzmasken.

Atemschutzmasken zählen anders wie der medizinische Mund-Nasen-Schutz nicht zu den Medizinprodukten sondern zur persönlichen Schutzausrüstung und fallen damit nicht unter die gesetzliche Grundlage des Medizinproduktegesetzes sondern unter die PSA-Verordnung, da ihr primärer Zweck nicht darin liegt den Patienten oder Kunden (OP-Maske) zu schützen sondern den Träger der Maske.

Innerhalb der Unterteilung der „Atemschutzmasken“ gibt es drei Klassen: FFP1, FFP2 und FFP3.

FFP steht dabei für „filtering face piece“ (partikelfiltrierende Halbmasken).

Sie schützen je nach Ausführung vor Partikeln bis zu bestimmten Größen und wässrigen oder öligen Aerosolen. Vor Gasen und Dämpfen wird i.d.R. kein Schutz geboten, dafür sind gesonderte Gasfilter notwendig.

Die Wirkung von FFP-Masken beruht auch auf ihrem jeweiligem Filtermedium, allerdings auch auf einer elektrostatischen Komponente, die Staub- und Flüssigkeitspartikel bindet.

FFP-Masken entsprechen der EU Norm EN 149 und besitzen das CE-Kennzeichen.

Wie auch Medizinprodukte durchlaufen sie ein Konformitätsbewertungsverfahren bei dem ihre Eignung gemäß der Norm geprüft wird.

Bestandteil dieser Norm ist z.B., dass FFP-Schutzmasken im Gegensatz zu zuvor genannten Masken so eng an das Gesicht anliegen, dass eine Aus- und Einatmung „an der Maske vorbei“ nur minimal vorkommt.

Quellen:

 

Augen _ Notizen

*Kunden unbedingt zu Arztbesuch raten, sollten sich die Beschwerden nicht kurzfristig bessern

*Phenylquecksilbersalze (Konservierungsmittel von Augentropfen) lagern sich in die Linsenoberfläche ein

*Speicherung in Pigmentblättern der Retina viel höher als in sonstigen Teilen des Organismus

  • 80-mal höher für Chloroquin
  • 15-mal höher für Phenothiazine
  • sodass z.B. einige Antibiotika sich soweit anreichern können um resistente Keime lokal (!) zu behandeln

 

*Verweilzeit des AM wird durch Tränenflüssigkeit-Strömungen und Kreislaufsysteme des Auges (Blutkreislauf, Kammerwasser) stark verkürzt

  • Augentropfen bleiben nur 5-8 Minuten im Bindehautsack (-> sind dann bereits in Tränensack abgespült)

 

-> Hinweise _ Augen-AM _ Allgemeines:

  • angebrochene Packungen zeitnah aufbrauchen (bakterielle Kontamination!)
  • Augen-AM in Kunststoffbehältern jeweils in Packkarton zurück (oder lichtgeschützt aufbewahren) (Zersetzung durch Lichteinfluss!)
  • unter Verschluss lagern (bzw. für Kinder unzugänglich
    • 1% Atropin ist für Kinder bereits tödlich
  • das gleiche Fläschchen immer nur von einer Person nutzen!
  • Applikationsabstand von min. 10 Minuten zischen verschiedenen Augentropfen
  • Augentropfenflasche vor Applikation mit Hand (oder z.B. in Hosentasche) etwas anwärmen

 

-> Hinweise _ Augen-AM _ Applikation:

  • vor Applikation Hände waschen
  • Kontaktlinsen herausnehmen (danach frühestens nach 15 Min wieder einsetzen)
  • Salben- oder Sekretreste am Auge mit sauberen (!) Einmaltuch entfernen
  • Applikation:
    1. im Sitzen, Kopf in Nacken
    2. Augenlid nach unten ziehen, Blick nach oben auf festen Punkt
    3. Augentropfen-Fläschchen über Auge halten (ohne direkten Kontakt!) und Tropfen in Bindehautsack fallen lassen
    4. Augen für etwa 30 Sekunden schließen und Augäpfel bewegen
    5. Finger 2-5 Minuten auf Augeninnenwinkel drücken um zu schnelles Abfließen in Tränen-Nasen-Kanal zu verhindern
  • Bei Augensalben Augenlid leicht herunterziehen und Tube von der Seite her ausdrücken

 

*UV-Strahlung schädigt Augen

  • begünstigt Entstehung von grauem Star und fördert Makuladegeneration

 

-> Sonnenbrille _ wichtige Faktoren:

  • Blendschutz (Reduktion des sichtbaren Lichts, sodass Auge nicht geblendet wird)
    • abhängig von Helligkeit (<- abhängig von Breitengrad, Bedecktheit des Himmels, Standort Meer oder z.B. Hochgebirge)
    • Kategorie I – V (heimische Breiten sind Kategorie II <- 18-43% Lichtdurchlässigkeit)
  • UV-Schutz
    • optimal: Blockierung von allen Wellenlängen unter 400nm (oft gekennzeichnet mit „UV 400“)
    • unabhängig vom Tönungsgrad
  • Form
    • bis zu den Augenbrauen und seitlich zum Gesichtsrand, eng anliegend

Anm.: Die Tönung der Gläser sagt nichts über den UV-Schutz aus! Dunkle Gläser ohne Schutz schaden mehr, als dass sie nützen, da durch die weitere Öffnung der Pupillen noch mehr UV-Strahlen ins Auge gelangen.

 

*es gibt auch Kontaktlinsen mit eingebautem UV-Schutz

 

->Notfallmaßnahmen bei Verätzungen:

  • Betroffenen hinlegen
  • Auge spülen (aus 10cm Entfernung von oben)
    • sterile physiologische Kochsalzlösung oder steriles Wasser für Injektionszwecke
    • notfalls unter Leitungswasser
    • idealerweise mit Augendusche
    • gesundes Auge schützen!
  • Dreiecktuch über beide Augen legen und am Kopf festbinden (kein Druckverband ! und kein Druck auf verletztes Auge ! )

Anm.: beide Augen verbinden, da Ruhigstellung so optimal

  • Beruhigend mit betroffenem Reden, Maßnahmen erklären
  • Betroffener sollte schnellstmöglich Augenarzt aufsuchen!

 

A. Altersabhängige Makuladegeneration

AMD = altersabhängige Makuladegeneration

  • durch Ablagerungen von Stoffwechselprodukten (sog. Drusen <- erkennbar durch Optiker als unterschiedlich große gelbe Punkte auf Augenhintergrund)
  • Formen: trockene und exsudative AMD
  • Ursachen: nicht geklärt (genetisch + Umweltfaktoren, z.B. Sonnenlichtexposition und Ernährung)
  • Risikofaktoren: arterielle Hypertonie und Nikotinkonsum, oxidativer Stress

 

->Symptome _ AMD:

  • zunächst: verschwommene und verzerrte Wahrnehmung im Zentrum des Gesichtsfeldes
  • im Verlauf: fortschreitender Sehverlust

 

*trockene Form der AMD ist derzeit nicht behandelbar (i.d.R. langsam voranschreitend)

  • wechselt ggf. schnell in aggressive exsudative Form (schnellerer Visusverlust)

 

*Ranibizumab z.B. zur Behandlung exsudativer Formen (wird in die Glaskörper injiziert)

 

*natürlicherweise schützt das makuläre Pigment (aus Anreicherungen von Lutein und Zeaxanthin) durch Filtereffekt und antioxidative Wirkung

 

*bei Patienten mit mittelgroßen bis großen Drusen kann ein hochdosierter Vitaminkomplex empfohlen werden (vgl. u)

  • kein Beta-Carotin für Raucher! (erhöht Lungenkrebsrisiko)

 

ARED-Studie:

  • Untersuchung des Zusammenhangs zwischen Antioxidanzien und AMD
  • randomisiert und placebokontrolliert
  • 700 Probanden mit unterschiedlichen Formen der AMD, 7 Jahre lang
  • Präparat: 500mg Vit. C, 400 I.E. Vit. E, 15mg Beta-Carotin, 80mg Zink, 2mg Kupfer
  • Erkrankung konnte bei Probanden mit mittelgroßen bis großen Drusen in beiden Augen gebremst werden; Patienten im Frühstadium profitierten nicht
  • ARED-II-Studie zeigte, dass Supplementierung von Omega-3-Fettsäuren und Lutein/Zeaxanthien keinen nachweislichen schützenden Effekt zeigt

 

->Empfehlungen_AMD-Prophylaxe:

  • Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Fisch
  • Vermeidung von Stress
  • Bei bestimmten Patieten (vgl. o.) ggf. hochdosierter Vitmaminkomplex

 

*Kontaktlinsenträger sollten auf Reisen immer entsprechende Brille mit Seestärke mitführen

  • Bei Bindehautreizungen (z.B. durch Sonneneinstrahlung, Meerwasser, Staub) dürfen Kontaktlinsen nicht mehr getragen werden

 

*Brille einmal jährlich nachmessen

  • schlechte Sicht z.B. durch nicht sichtbare mikroskopische Kratzer führen zu schneller Ermüdung der Augen oder Augenflimmern

 

*Personen ab 40 Jahren sollten regelmäßig Augeninnendruck messen lassen

*bei Einnahme von syst. Glucocorticoiden >3 Wochen ebenfalls regelmäßig Augeninnendruck messen lassen

 

->Wann kommt es zu Erhöhung des Augeninnendrucks? Missverhältnis zwischen Zu- und Abfluss des Kammerwassers

 

B. Glaukom

Glaukom = grüner Star

  • symptomfrei -> schädigt allerdings Sehnerven und führt in 10-15 Jahren zur Erblindung (daher regelmäßige ärztliche Kontrolle wichtig!)

 

->Glaukom _ Therapie (Rp!):

  • Pilocarpin, Clonidin, Dorzolamid
  • Latanoprost, Tafluprost, Travoprost

Anm.: Senkung des Augeninnendrucks ist nicht „wohltuend“ -> Compliancegefährdung

 

*bei allgemeinen Reizerscheinungen des vorderen Abschnittes mit übermäßiger Tränensekretion können Vasokonstringenzien (kurzfristig!) eingesetzt werden

  • B. Tetryzolin, Tramazolin
  • generell möglich Ursache beseitigen (Bsp., Zugluft, Erkältung etc.)

Anm.: bei wiederholtem Auftreten an Augenarzt verweisen

 

C. Allergische Konjunktivitis

Allergische Konjuntivitis = allergisch bedingte Bindehautentzündung

  • Symptome: gerötete Augen, starker Tränenfluss, Juckreiz
  • d.R. in Verbindung mit allergischer Rhinitis
  • keine Kontaktlinsen tragen, ansonsten für Applikation von Tropfen herausnehmen und frühestens 15 Minuten danach wieder einsetzen

 

->Selbstmedikation _ allergische Konjunktivitis:

  • frühzeitig (!) begonnene Therapie mit Mastzellstabilisatoren (Bsp. Cromoglicinsäure, Ketotifen) möglich (etwa 10-14 Tage früher)
  • Antihistaminika (Bsp. Azelastin, Levocabastin)
    • möglichst sofort nach dem Aufstehen einnehmen, damit bei Exposition bereits Schutz vorhanden

Anm.: wenn Symptome nicht nur auf Augen beschränkt -> systemisches   Antihistaminika

 

D. Akute Konjunktivtis

Akute Konjunktivitis = akut auftretende  Bindehautentzündung

  • d.R. bakteriell (v.a. Staphylokokken und Pneumokokken), tlw. viral (Bsp. Adenoviren)
    • Unterscheidung nur durch Arzt möglich
  • d.R. zunächst einseitig
  • begünstigende Faktoren: Immunschwäche, Staub, kleine Verletzungen
  • Symptome: Rötung, plötzliches Brennen, Druck- oder Fremdkörpergefühl, ggf. verklebte Augenränder nach Aufwachen

 

->Selbstmedikation _ akute Konjnktivitis:

  • Wismutverbindungen (Bsp. Bibrocathol) oder Vasokonstriktoren in ersten 48 h ggf. ausreichend
  • unverzüglich zu Arzt bei eitrigem Sekret und sehr starken Tränenfluss
    • wahrscheinlich topisches Antibiotikum (<- regelmäßig dosieren!; i.d.R: alle 2h tagsüber + Salbe abends vorm Schlafen)

 

Keratokonjunktivitis epidemica = hochinfektiöse virusbedingte Bindehautentzündung des Auges

  • d.R. Adenoviren
  • volkstümlich auch als „Augen-Grippe“ bezeichnet
  • Übergreifen auf Hornhaut problematisch
  • hohe Ansteckungsgefahr -> regelmäßig Hände und Oberflächen desinfizieren und Gemeinschaftseinrichtungen meiden
  • Therapie: symptomatisch (Tränenersatzflüssigkeit) -> spezifische AM nicht vorhanden (wenig Ansprechen auf antivirale AM)

 

E. chronische Konjunktivitis

Chronische Konjunktivitis = chronische Bindehautentzündung des Auges

  • d.R. harmlos -> dennoch bei wiederkehrenden Beschwerden fachärztlich abklären lassen
  • Symptome: Jucken, Sandkorngefühl, Brennen, erhöhte Tränensekretion
  • Ursachen: Staub, Wind, Rauch, Überanstrengung, nicht richtig gepflegte Kontaktlinsen
  • Behandlung: rein symptomatisch (i.d.R. Kombis aus adstringierenden, antiphlogistischen, antiallergischen und gefäßverengenden Wirkstoffen, wobei Vasokonstriktoren nicht langfristig ohne regelmäßige ärztliche Kontrolle !)

 

F. Keratokonjunktivitis sicca

Keratokonjunktivitis sicca = trockenes Auge

  • führt unbehandelt zu Austrocknung des Epithels -> Epiteldefekte (außerdem gute Angriffsfläche für Bakterien)
  • Symptome: Jucken, Brennen, ggf. Fremdkörpergefühl
  • Risikofaktoren: wahrscheinlich Hormone (v.a. Frauen betroffen), Bildschirmarbeit (verminderter Lidschlag, daher seltenere Benetzung des Auges), überheizte und trockene Räume, Klimaanlage, Autogebläse, Langzeiteinnahme bestimmter AM (Bsp. Benzodiazepine, Betablocker, trizyklische Antidepressiva, alpha-Sympthatomimetika)
  • keine topischen alpha-Symphatomimetika

 

-> Therapie _ Sicca Syndrom:

  • „künstliche Tränen“ (alle 2h) + Triglyceride oder Phospholipide (wenn Lipidschicht gestört)

Anm.: bei Funktionsstörungen der Meibom-Drüsen können diese durch Behandlung durch den Facharzt wieder geöffnet werden

  • Polyvinylalkohol, Polypyrrolidon, Zellulosederivate, Hypromellose, Polyacrylsäure, Hyaluronsäure
  • Dexpanthenol und Vit. A unterstützen Regeneration

 

->Aufbau des Tränenfilms:

  • außen: Lipidschicht = Fettschicht
    • Schutz vor Verdunstung
  • mittig: wässrige Schicht
  • innen (direkt an Hornhautoberfläche): Mucinschicht = Schleimschicht

 

*Störungen der Lipidschicht (-> trockenes Auge) können durch Funktionsstörungen der Meibom-Drüsen (<- produzieren Lipide für Tränenfilm) verursacht werden

 

*“künstliche Tränen“ sind dickflüssiger und werden daher nicht so schnell abgebaut wie natürliche Tränen (Viskositätsabhängig

  • Gele haben längste Haftung (verschleiern ggf. Sicht, daher nicht tagsüber)

 

*Tears Again® (Augenspray) enthält Phospholipide (-> mischen sich mit natürlichen Lipiden am Lidrand und werden so in Tränenfilm aufgenommen und wirken stabilisierend)

 

G. Keratokonjunktivitis photoelectrica

Keratokonjunktivitis photoelectrica = „Verblitzen“

  • Entsteht z.B. beim Schweißen, in Solarien, bei Höhensonnenwanderungen oder Gletscherwanderungen
  • Symptome: Reizerscheinungen mit Ödemen (nach 6-8h)
  • Bei starken Schmerzen Augenarzt konsultieren

 

->Selbstmedikation _ Keratokonjunktivitis photoelectrica:

  • kühles feuchtes Tuch zum Abschwellen der Ödeme
  • Diclofenac oder Ibuprofen gegen Schmerzen

 

H. Gestenkorn

Gerstenkorn = Hordeolum = bei akuten Entzündungen der Lidranddrüsen entstehende Schwellung

  • bei starken Schmerzen noch am selben tag Augenarzt aufsuchen
  • nach 2 tagen Augenarzt aufsuchen wenn Gerstenkorn nicht geplatzt oder geschrumpft ist

Anm.: keinesfalls selbst ausdrücken (!)

  • Behandlung: trockene Wärme (Bsp. Rotlicht), antibiotische Augensalben

Gerstenkorn ≠ Hagelkorn

Hagelkorn = Chalazion = nicht infektiöse chronische Schwellung aufgrund verstopfter Lidranddrüse

  • Behandlung: feuchte Wärme (z.B. in Form von Kompressen) -> öffnet Meibom-Drüsen
    • nach etwa 10 Minuten kann durch leichte Massage Sekret in Richtung Lidspalte ausgestrichen werden, dann Lidränder reinigen
  • kann tgl. durchgeführt werden bei Neigung zu Hagelkörnern (Bsp. Augenmaske von Ursopharm)
  • kann auch operativ vom Augenarzt entfernt werden

 

I. Nachtblindheit

->Anpassung des Auges an verschiedene Lichtverhältnisse:

  • Pupillenweitung bei Dunkelheit -> mehr Licht trifft auf Zäpfchen
    • Menge an Sehfarbstoffen in Fotosensoren nimmt bi geringerem Lichteinfall zu

 

Nachtblindheit = deutlich reduziertes Sehvermögen in der Dämmerung und Dunkelheit

  • kann angeboren sein, oder auch von verschiedenen Erkrankungen verursacht
  • begünstigende Faktoren: A-Mangel (<- da Sehfarbstoffe aus Vitamin-A-Analogon bestehen)

Anm.: bei Psoriasis-AM Acitretin (enthält Retinoid) kann vermindertes Nachtsehen als UAW auftreten

  • Abnahme der Adaptionsgeschwindigkeit an jeweilige Lichtverhältnisse ist altersbedingt (nicht = Nachtblindheit)
    • Augen z.B. vor erwartetem Aufenthalt im Dunkeln langsam gewöhnen (Bsp. Licht vor Autofahrt zuhause schon aus)
  • Prophylaxe: Anthocyane (aus Heidelbeerextrakt) <- verkürzen auch Adaptionszeit

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Akute und Chronische Laryngitis _ Notizen

-> Halsentzündung _ Wirkstoffe:

  • Benzydamin
  • Thyrothricin
  • Gramicidin

-> Substanzen die gereizte Rachenschleimhaut mit Schutzfilm überziehen: Isländisch Moos, Hyaluronsäure, Gelbildner (Polysaccharid, Xanthan)
Anm.: Lutschtbl. abends in Backentasche einlegen (um ausreichend langen Kontakt zu gewährleisten)

 

A. Akute Laryngitis

Akute Laryngitis = akute Kehlkopfentzündung

  • Leitsymptom: Heiserkeit
  • entsteht meist durch ursprünglich virus- später bakteriell bedingter überlagerten Infektion der Luftwege -> Anschwellung der Schleimhäute im Bereich der Stimmlippenbänder -> Beweglichkeitseinschränkung -> Entstehung von „rasselnden und heißeren Lauten“
  • mögliche Ursachen:
    • Überstrapazierung der Stimme (z.B. berufsbedingt bei Lehrern, Schauspielern etc.) -> reißen des Sekretfilms, der Mund- und Rachenschleimhaut versiegelt
    • ungünstige Sprechtechnik, die zum Anschwellen der Stimmlippen führt -> logopädisch behandeln
    • aktives und passives Rauchen, sehr trockene Luft, chemische Reizstoffe
  • Maßnahmen:
    • ggf. Logopädie (s.o.)
    • Stimme schonen (!) <- v.a. nicht flüstern (leises und vorsichtiges Sprechen in abgesenkter Stimmlage ist erlaubt) o Stimmbänder befeuchten (vgl.u.)

 

->Selbstmedikation _ Heiserkeit _ Wirkstoffe:

  • Emser Salz
  • Schleimstoffdrogen: Eibisch, Primel, Malve, Isländisch Moos
  • Kamille und Salbei (jeweils entzündungshemmend) inhalieren, schlückchenweise in Tee trinken
  • als Lutschpastillen
  • Hyaluronsäure als Hydrogel

 

-> Kehlkopf _ Funktion:

  • Übergang zu Luftröhr
  • reguliert mit Stimmlippen Atemluft
  • erzeugt durch Schwingungen Stimme
  • schützt beim Schlucken die Luftröhre vor Speißestückchen (indem er ich nach vorne oben bewegt und vom Kehldeckel verschlossen wird)

B. Chronische Laryngitis

Chonische Laryngitis = Chronische Kehlkopfentzündung = länger als zwei Wochen andauernde Laryngitis

  • ärtzlich abklären lassen
    • z.B. auch M. Parkinson, Schlaganfall, MS, Hypothyreose, Bulimie, Refluxkrankheiten und Kehlkopfkrebs möglich
    • bei Menschen mit eingeschränktem Immunsystem auch Pilzerkrankungen möglich
    • als UAW: Bisphosphonate, Anticholinergika, trizyklische Antidepressiva
  • Symptome: Räusperzwang, Trockenheits- und Verschleimungsgefühl, zäher Schleim
  • Therapie: Ursache möglichst ausschalten

*im Nasen-Rachen-Raum findet grobe Filterung der Atemluft statt (außerdem Anwärmung auf Körpertemperatur und Befeuchtung)

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Herz-Kreislauf-Erkrankungen

A. Koronare Herzkrankheit

Definition: Erkrankung der Herzkranzgefäße (Koronararterien)

Ursachen: KHK ist i.d.R. in sklerotischen Veränderungen der Herzkranzgefäße begründet, wodurch die Sauerstoffversorgung des Herzens sinkt, da dieses bereits im Ruhezustand über 70% des Sauerstoffgehaltes im Blut extrahiert. Es kann nicht, wie andere Organe, die Sauerstoffaufnahme einfach erhöhen, denn diese ist abhängig von Gefäßtonus und -querschnitt der Koronararterien, von Blutviskosität und Dauer der Diastole.

Durch arteriosklerotische Schäden entstandene Plaque können durch Entzündungsprozesse  aufbrechen, sodass es zur Thrombusbildung an der Rissstelle kommt, was den Verschluss der Koronararterien verursachen kann. Dier verursacht, je nach Größe und Lokalisierung, ggf. innerhalb von Sekunden, einen Myokardinfarkt.

Symptome:

  • Schmerzattacken, die an Angina pectoris erinnern
  • Nächtliche Dyspnoe

Anmerkung: KHK bleibt mitunter lange symptomlos, arteriosklerotische Plaques können über Jahre hinweg stabil bleiben. Personen, die einer Risikogruppe angehören und darüber hinaus über typische Schmerzen klagen, sollten daher dringend an den Arzt verwiesen werden (Bsp. Männer in fortgeschrittenem Alter, hormonell verhütende junge Raucherinnen).

Symptome eines Herzinfarktes:

  • Schmerzen im Brustkorb (> 5 Min.), die ggf. in Arme/ Schultern/ Hals/ Kiefer/ Oberbauch ausstrahlen
  • starkes Engegefühl, heftiger Druck im Brustkorb, Angst
  • Luftnot, Übelkeit -> Erbrechen
  • Schwächeanfall, ggf. Bewusstlosigkeit
  • Kalter Schweiß, blasse und fahle Gesichtshaut

Anmerkung: Bei Frauen treten oft auch nur die Symptome Luftnot, Übelkeit -> Erbrechen und Oberbauchschmerzen auf. -> Notarzt!

Maßnahmen

  • Veränderung des Lebensstils (zur Eliminierung bzw. Minimierung der Risikofaktoren)
    • Normalisierung des Körpergewichts
    • „herzgesunde“ Ernährung
    • Regelmäßige körperliche Aktivität (z.B. spazieren gehen)
    • Nichtrauchen
  • Behandlung von Hypertonie, erhöhten Blutfettwerten und Diabetes mellitus Typ 2
  • medikamentöse Dauerprophylaxe (Bsp. 50-160mg ASS pro Tag)

Anmerkung: Erkrankungen wie KHK, Herzinsuffizienz, Hyperlipoproteinämie und Hypertonie werden ausschließlich durch den Arzt behandelt. In anfänglichen Stadien können Weißdorn und Knoblauch empfehlenswert sein, allerdings entwickeln sich Herz-Krankheiten auch nicht „von jetzt auf gleich“. Im Beratungsgespräch wichtig für PTAs ist v.a. die richtige Anwendung vom Arzt verschriebenen Medikamente sicherzustellen und Anwendungstipps für eine „herzgesunde Lebensführung“ zu geben.

Maßnahme: Herzgesunde Ernährung:

  • gesättigte Fettsäuren <-10%
    • Gesättigte Fettsäuren führen zu einer Erhöhung des schädlichen LDL-Cholesterins und sollten daher maximal 10% der Gesamtenergie betragen.
  • Transfettsäuren          <- wenig         
    • Transfettsäuren führen zu einem Anstieg des LDL-Cholesterins und zur Absenkung des HDL-Cholesterins, daher sollten sie möglichst wenig aufgenommen werden.
    • Enthalten sind sie v.a. in Produkten mit gehärtetem Fett, also z.B. in Gebäck, Frittiertem und früher auch großflächig in Margarine (geändertes Produktionsverfahren).
  • einfach ungesättigte Fettsäuren (Monoensäuren)               <- 15%
    • Einfach ungesättigte Fettsäuren sind gut für den Körper, da sie das Gesamtcholesterin und den LDL-Cholesterinspiegel senken. Sie sollten daher bis zu 15% der Gesamtfettzufuhr ausmachen.
    • Enthalten sind sie in der Form von Ölsäure, dem wichtigsten Vertreter der Monoensäuren, z.B. in Olivenöl, Rapsöl und Erdnussöl.
  • mehrfach ungesättigte Fettsäuren (Polyensäuren)               <- max. 7-8%
    • Mehrfach ungesättigte Fettsäuren werden als „essentiell“ bezeichnet, da sie vom Körper selber nicht hergestellt werden können.
    • Omega-3-Fettsäuren sind wichtig, da aus ihnen sogenannte „Eicosanoide“ abgeleitet werden, die entzündliche Prozesse hemmen, die Blutgerinnung durch Verminderung der Plättchenaggregation und -adhäsion beeinflussen und vasodilatatorisch wirken, sodass die Thromboseneigung sinkt, die Blutungszeit verlängert wird und es zu einer Senkung des Blutdrucks kommt. Eicosanoide sind z.B. auch Thromboxane, Prostaglandine und Leukotriene.
    • Zur Gruppe der Omega-3-Fettsäuren gehören ALA (α-Linolensäure), EPA (Eicosapentaensäure) und DHA (Docosalhexaensäure).
    • Jede Fettsäure für sich hat nur geringe pharmakologische Wirkung, in Kombination ist allerdings der Einfluss auf die KHK-Risikofaktoren so groß, dass einige von ihnen auch in Form von Arzneimitteln zugelassen sind.
    • Beispielsweise hat man festgestellt, dass bei Personen mit stattgehabtem Herzinfarkt das diesbezüglich vorhandene Mortalitätsrisiko um 30% gesenkt werden konnte, im Vergleich zu einer Placebogruppe.
    • Neben Omega-3-Fettsäuren sind Omega-6-Fettsäuren essentiell. Es ist nur Vorsicht geboten, da bei einer übermäßigen Aufnahme vom Omega-6-Fettsäuren es zu einer Störung im Lipidstoffwechsel mit gesteigerter Lipidperoxidation kommen kann. Daher sollten max. 7-8% der Energie mit Polyensäuren zugeführt werden und das Verhältnis zwischen Omega-6-Fettsäuren und Omega-3-Fettsäuren dabei bei etwa 5:1 liegen.
    • Enthalten ist α-Linolensäure v.a. in Leinöl, Sojaö, Walnussöl und Rapsöl.
    • Eicosapentaensäure und Docosahexaensäuren kommen v.a. in Schalentieren und fetten Seefischen wie Lachs und Hering vor.
    • Linolsäure, eine Omega-6-Fettsäure, ist in Distelöl, Sonnenblumenöl und Maiskeimöl enthalten.
  • Vitamin E                    <- 200-400mg/Tag prophylaktisch
    • Vitamin E hat einen direkten Einfluss auf die Zusammensetzung der arteriosklerotischen Plaques, da es als Radikalfänger die Lipidoxidation reduziert.
    • Desweiteren hemmt Vitamin E auch die Produktion von Stickstoffmonoxid und Vitamin-K-abhängiger Gerinnungsfaktoren.
    • Allerdings hat sich gezeigt, dass Vitamin E wirklich langfristig (min. 2 Jahre lang) mit min. 200-400mg pro Tag eingenommen werden muss um das Herzinfarktrisiko zu senken.
    • Vitamin E ist viel in Himbeeren enthalten.
  • Sonstige Antioxidanzien
    • Da arteriosklerotisch bedingte Befunde immer in einer Schädigung des Endothels begründet sind, sodass es zu einer endothelialen Dysfunktion kommt, wobei die Ursache dafür z.B. oxidativer Stress sein kann, ist die Aufnahme von Antioxidanzien empfehlenswert. Zumindest verstärkt oxidativer Stress die entstehende bzw. entstandene Problematik. Über die Nahrung aufgenommene antioxidativ wirkende Vitamine stehen dem entgegen. Β-Carotin selbst ist kein Vitamin, kann aber in Vitamin A umgewandelt werden. Neben Vitamin E ist Vitamin C noch zu empfehlen.
    • Enthalten sind natürliche Antioxidanzien in Obst und Gemüse!
  • Folsäure, Vitamin B6 und Vitamin B12    
    • Der Bedeutung  von Folsäure geht wahrscheinlich auf seine Beteiligung am Homocysteinabbau zurück. Dafür notwendig sind Folsäure, Pyridoxin (B6) und Cobolamin (B12). Ist eines dieser Vitamine unzureichend vorhanden beeinträchtigt das den Homocysteinabbau, wobei Folsäure diesbezüglich anscheinend höchste Relevanz besitzt.
    • Die Supplementierung von Folsäure, Vitamin B6 und Vitamin B12 über mindestens 3 Wochen normalisiert einen erhöhten Homocysteinspiegel i.d.R. nach derzeitigen Erkenntnissen.
  • Ballaststoffe               <- viel
    • Ballaststoffe  binden das Cholesterin im Darm und verursachen so eine Senkung der Blutcholesterinwerte
  • Knoblauch                   <- 900mg/Tag prophylaktisch
    • Knoblauch hemmt die Thrombozytenaggregation, steigert die fibrinolytische Aktivität, sorgt für eine Optimierung der Blutviskositätund hat eine positive Wirkung auf den Cholesterin- und Triglyceridspiegel wenn die Einnahme langzeitig präventiv vor Bildung arteriosklerotischer Befunde begonnen wird. Auch der Wirkungseintritt erfolgt erst nach einigen Wochen
    • Anmerkung: Positive Effekte wurden bei der Einnahme von 900mg pro Tag von stabilisiertem standardisiertem Knoblauchpulver festgestellt. Dieses enthält das noch intakte Enzym Alliinase und ist in seiner Wirkung somit mit frischen Knoblauchzehen vergleichbar, wohingegen Knoblauchöl (Ölmazerat; enthält Ajoene, 2- und 3-Dithiin, Allysulfide) und Ätherisches Knoblauchöl (Diyllyldi- und trisulfide) in der Wirkung nicht zu vergleichen sind.

Anmerkung: Unter einer „herzgesunden“ Ernährung versteht man heutzutage nicht mehr das möglichst grundsätzliche Verzichten auf Fette jeder Art sondern die Optimierung der Konzentrationsunterschiede der aufgenommenen Fette zueinander und die Verwendung möglichst vorteilhafter Qualität (vgl. o.).

Davon abgesehen wurde die Bedeutung des über die Nahrung aufgenommenen Cholesterins im Hinblick auf die Blutfettwerte lange überschätzt.

Von der aufgenommenen Nahrung wird etwa 50% resorbiert, gleichzeitig verfügt der Mensch über einen Regelmechanismus, sodass die körpereigene Produktion (tgl. etwa 1-2g) an die über die Nahrung zugeführte Menge angepasst wird.

Empfohlen wird die Reduktion des Fettanteils der Energiezufuhr insgesamt  auf nur 30%.

Maßnahme: Körperliche Aktivität:

Im Bereich körperliche Aktivität zeigen bereits kleine Wege großen Erfolg.

Spazieren gehen erhöht die Organdurchblutung, baut oxidativen Stress durch vermehrte Bildung von Superoxid-Dismutase und verbessert so auch das Plasmalipidprofil. Als Superoxid wird im Übrigen das hochreaktive Sauerstoff-Radikal bezeichnet.

Eine tägliche 20-minütige Bewegung reduziert die Mortalitätsrate um 29%. Ein tgl. Spaziergang von 3km Länge bessert die Gesamtmortalität bei Männern ohne KHK über 65 Jahren um 50%. Ein täglicher Spaziergang von 2km Länge reduziert das KHK-Risiko bei postmenopausalen Frauen um 30%.

Selbstmedikation:

  • Supplementierung von Folsäure + Vitamin B6 und Vitamin B12 zur Normalisierung des Homocysteinspiegels für min. 3 Wochen
    • Bsp. Doppelherz® Seefischöl Omega-3 1000mg enthält 180mg Eicosapentaensäure und 120mg Docosahexaensäure und zusätzlich noch 300µg Folsäure und 1,1mg Vitamin B1, 3mg Vitamin B6, 3µg Vitamin B12 und 10mg Vitamin E. Die Einnahme erfolgt 2*tgl. jeweils mit einem Glas Wasser
  • 1-1,5g Omega-3-Fettsäuren pro Tag zur Senkung des Mortalitätsrisikos
    • ! Bei Patienten, die Antikoagulanzien einnehmen, ist allerdings aufgrund der verlängerten Blutungszeit Vorsicht geboten.
    • Die Einnahme erfolgt am Besten mit dem Essen um fischiges Aufstoßen mit ggf. Übelkeit und Blähungen zu verhindern.
    • Bsp. Cefaomega 500mg enthält 298mg Eicosapentaensäure und 202mg Docosahexaensäure und zusätzlich 6mg Vitamin E. Die Einnahme erfolgt einmal tgl. zusammen mit einem Glas Wasser. Besonders ist hierbei, dass ein spezieller Überzug fischiges Aufstoßen nach der Einnahme verhindert.
    • Bsp. Sanhelios Lachsöl Omega 1000mg enthält 180mg Eicosapentaensäure und 120mg Docosahexaensäure. Die Einnahme erfolgt einmal tgl. zusammen mit einem Glas Wasser.
    • Bsp. Orthomol cardio

Anmerkung: Weitere Supplementmöglichkeiten sind L-Arginin und roter Reis. Die genaue Wirkung und positive Wirksamkeit bei KHK-assoziierten Befunden ist nicht abschließend geklärt. Von der Selbstmedikation mit sog. „rotem Reis“ sollte abgesehen werden, da der Hauptwirkstoff hierbei Monakolin K ist, der chemisch mit Lovastatin identisch ist. Dieser Wirkstoff wird tatsächlich bei Hypercholesterinämie eingesetzt und ist daher definitiv wirksam, allerdings entsteht bei der  Fermentation von gekochtem weißen Reis mit dem Pilz Monascus purpureus (Herstellung von rotem Reis) eine Vielzahl anderer Stoffe, deren Wirkungen und Relevanz diesbezüglich nicht geklärt ist. Außerdem ist bei Monakolin K mit den gleichen Nebenwirkungen, Kontraindikationen und Interaktionen zu rechen wie bei Lovastatin. Produkte mit rotem Reis, die eine Tagesdosis von 5mg Monakolin K erreichen sind daher auch als zulassungspflichtige Arzneimittel einzustufen.

L-Arginin wirkt ggf. gefäßerweiternd, womit die Möglichkeit besteht, dass eine Einnahme eine bestehende endotheliale Dysfunktion bessert. Effekte sind allerdings erst bei einer Aufnahme von mehreren Gramm pro Tag zu erwarten.

Prävention:

  • 900mg stabilisiertes standardisiertes Knoblauchpulver pro Tag einige Wochen lang bis Wirkeintritt, danach langfristig präventiv
  • 200-400m Vitamin E für min. zwei Jahre
    • Bsp. Eusovit 201, Evit, E-Vitamin-ratiopharm, Aptovit forte/ fortissimum, 1.000 I.E.

Anmerkung: Zur Prävention sind noch nicht abschließend geklärte mögliche weitere Supplemente Phospholipide und L-Carnitin.

Phospholipide sind Bestandteil jeder Zellmembran und spielen eine maßgebliche Rolle hinsichtlich deren Flexibilität bzw. „Fluidität“. Es wird vermutet, dass eine Aufnahme von Phospholipiden, die auch vom Körper selbst synthetisiert werden, den Schutz vor oxidativem Stress vergrößert.

L-Carnitin kann erwiesenermaßen bei einer ausreichend hohen Zufuhr von min. 1g pro Tag die Folgeschäden einer Sauerstoffunterversorgung bei bestehender Myokard-Ischämie reduzieren, inwiefern diese Wirkung bei KHK-Patienten präventiv relevant ist, ist nicht hinreichend geklärt.

Begünstigende Faktoren:

  • rauchen
  • Bluthochdruck
  • Übergewicht
  • Hyperlipidämien
  • Diabetes mellitus Typ 2 und Vorstufen
  • Geschlecht (Männer sind gefährdeter)
  • Alter

Liegen mehrere Faktoren vor steigt auch die Wahrscheinlichkeit einen Myokardinfarkt zu erleiden. Sind zwei Faktoren zutreffend steigt die Wahrscheinlichkeit dabei um das Dreifache, bei drei Faktoren bereits um das zehnfache.

Anmerkung: Sonstige Faktoren, deren Einflussnahme noch nicht abschließend geklärt ist, sind: Menopause, Fibrinogenwerte und ein erhöhter Homocysteinspiegel.

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Famulatur

Die Famulatur ist Bestandteil der PTA-Ausbildung.

Die Ausbildung- und Prüfungsverordnung gibt´s übrigens hier.

Nach dieser Verordnung muss man jedenfalls im Rahmen der Ausbildung ein Praktikum von 160 Stunden in einer öffentlichen Apotheke absolvieren.

Wenn man bereits PKA, Apothekenhelfer, Apothekenfacharbeiter oder pharmazeutischer Assistent ist, muss man das Praktikum nicht noch einmal machen. Dann reicht der entsprechende Nachweis vorheriger Ausbildung. Das steht so auch in der Verordnung.

Ansonsten fällt das Praktikum nicht in die Ferienzeit.

Bei einer normalen 40-Stunden-Woche sind das also 4 Wochen, dabei soll man laut Verordnung min. 5 Tage am Stück absolvieren.

Darüber, ob man auch Teile der Famulatur in der Krankenhausapotheke oder sonstigen Apothekenarten machen darf, steht konkret nichts in der Verordnung. Es heißt nur, dass es „den Schülern Einblicke in die Betriebsabläufe einer Apotheke und die pharmazeutischen Tätigkeiten vermitteln“ soll. Uns jedenfalls wurde gesagt, dass ein Krankenhausapothekenpraktikum nur im Rahmen des 6-monatigen Praktikums nach dem 1. Staatsexamen möglich ist, und auch dann nur für max. 3 Monate, weil dort eben die komplette Kundenberatungseben fehlt, auf die wir im Rahmend der Ausbildung ja auch vorbereitet werden sollen.

Die Apothekengewerkschaft Adexa, die i.d.R. ja auch schon relativ zu Beginn der Ausbildung mal in der Schule vorbeischaut und sich vorstellt, hat zum Thema Famulatur auch einen kurzen Leitfaden herausgebracht, den ich auch gerade mal hier verlinke.

Adexa teilt dabei den oder die PTA eine Woche PKA, zwei Wochen PTA und die letzte Woche dem Apotheker zu, um dem Schüler Einblick in sämtliche Felder des Apothekenalltags zu geben, was ich von der Idee her ziemlich sinnvoll finde.

-> persönliches Fazit

Ich persönlich würde es, ehrlich gesagt, nicht so machen, dass man eine Woche lang nur mit PTA oder PKA arbeitet. Wenn in Woche eins eine interessante Rezeptur kommt, wäre es ja viel sinnvoller da zuzuschauen oder mitzuhelfen. PKA-Arbeit wie z.B. Einräumen und Bestellungen verbuchen kann man zwischendurch auch durchgehend machen, wenn keine Rezepturen da sind und man sich langweilt, und der Apotheker hat i.d.R. keine Zeit.

Dass die Famulatur in die Ferien fällt, fand natürlich fast keiner toll. Ich fände es eigentlich cooler, wenn man da einfach jeweils zwei Wochen der Schulzeit freistellt um das zu machen. Auf der anderen Seite haben wir so einen Monat Lernzeit direkt vor den Prüfungen. Darauf zu verzichten wäre dann definitiv noch doofer. Naja gut.

Meine Famulatur war aufgeteilt auf drei Apotheken. Unbedingt geplant war das nicht, aber es war jetzt auch nicht so, dass ich jetzt gewechselt habe, weil ich mich mit dem Team, dem Apotheker oder so nicht verstanden habe.

Ich hatte einfach keine Lust vier Wochen meiner Sommerferienzeit hintereinander mit unbezahltem Arbeiten in irgendeiner Apotheke zu verbringen, deshalb war für mich von Anfang an klar, dass ich das Praktikum irgendwie auf die kleinen Ferien aufteilen werde und nach der 1. Woche in einer Apotheke dachte ich, dass ich mir dann lieber auch noch andere anschaue, anstatt noch drei mal die gleiche Woche in der 1. zu machen, was ich auch im Nachhinein jetzt, immer noch für eine ziemlich gute Idee halte.

Solche Dinge wie Herstellung von Teerezepturen (kommt eh quasi nicht mehr vor anscheinend), Dokumentation etc. lernt man ja alles in der Schule, aber jede Apotheke macht es ja wieder ein bisschen anders, allein schon, dass manche eben einen Kommissionierautomat haben, andere nicht, und diesen Vergleicht hat man einfach nicht, wenn man immer nur in einer Apotheke ist.

Keine Apotheke ist perfekt. Das ist wie überall. Es gibt immer mal Betriebe, die besser oder schlechter sind, aber im Endeffekt gibt es immer irgendwelche Details, die Betriebe, die eigentlich richtig schlecht sind (doofes Arbeitsklima, schwache Führungsleistung, zu wenig Bezahlung, keine Kundenorientiertheit etc. etc.) dann doch richtig gut machen und umgekehrt. Und je mehr man gesehen hat, auf desto mehr Muster kann man im Bedarfsfall später zurückgreifen, wenn man dann in seinem eigentlichen Betrieb zur Problematik kommt, hey, irgendwas läuft nicht, das müssen wir verbessern, was machen wir jetzt..

Wenn ich dran denke, kann ich ja auch mal Leute aus meiner Klasse kurz um eine Einschätzung bitten, dann wird das ganze hier ein bisschen repräsentativer 🙂

 

 

Hautzustände

Jeder Mensch hat einen bestimmten Hauttyp, der genetisch bedingt und daher nicht veränderbar ist.

Allerdings verändern auch verschiedene äußere (Bsp. Luftfeuchtigkeit, UV-Strahlung) und innere (Bsp. Hormone) Einflüsse die Eigenschaften des oberflächlichen Hautbildes. Dies bezeichnet man als Hautzustand.

Genauer gesagt ist es so, dass äußere und innere Faktoren die Menge und Zusammensetzung des Hydrolipidfilms beeinflussen, was dann zu einer sichtbar veränderten Hautoberfläche führt.

Der Hydrolipidfilm wird auch als „Säureschutzmantel“ der Haut bezeichnet, weil er den pH-Wert der Haut immer in einem leicht sauren Milieu hält (4,5-6,5) um Bakterien und Mikroorganismen eine erste Barriere auf ihrem Weg in den Körper zu bieten, da sich nicht alle in schwach saurem Milieu vermehren können.

Zusammengesetzt ist der Hydrolipidfilm der Haut v.a. aus Wasser der Schweißdrüsen und dem von den Talgdrüsen produzierten Fett (Talg), daher spielen diese beiden Größen bei der Beurteilung des Hautzustands eine primäre Rolle und sind auch in der Namensgebung dessen vorhanden, d.h. sich gegenüber stehen fettarm und fettreich, sowie feucht und trocken.

Wichtig ist die Bestimmung des entsprechenden Hautzustandes gerade auch für die Beratung in der Apotheke, da je nach Hautzustand Reinigungs-, Pflege- und sonstige Beratungshinweise variieren.

-> normale Haut

Der Zustand der „normalen“ Haut wird auch als „eudermisch“ bezeichnet. Sie tritt nur bei jungen Menschen auf, die keine Kinder mehr sind (Kinder haben trocken-fettarme Haut).

Normale Haut ist weder zu fett noch zu trocken, d.h. der Wasser- und Lipidhaushalt ist ausgeglichen. Die Poren sind nicht zu groß oder zu klein. Die Haut ist glatt, straff, weich, geschmeidig, gut durchblutet, rosig, geschmeidig und faltenfrei.

Das Pflegeziel ist die Erhaltung dieses Zustands, denn bei mangelnder oder zu vieler Reinigung oder Pflege mit den falschen Produkten (z.B. zu viele austrocknende Substanzen) kann sich dieser leicht in z.B. fettige (zu ölige Produkte) oder trockene (Produkte mit zu vielen Feuchthaltefaktoren) Richtung verschieben.

Durch natürliches Altern (auch als „Zeitaltern“ bezeichnet) verschiebt sich der Zustand allerdings auch, bei jedem Menschen. Sichtbar wird die Veränderung meist ab Ende des 30. Lebensjahrzehnts, bei fettig-feuchter Haut auch erst zwischen 40-50. Spätestens mit 60 jedoch hat man als Mensch den Zustand der fettarm-trockenen haut i.d.R. erreicht.

-> fettarm-trockene Haut

Dies ist oben benannter Zustand der Haut, der früher (ab 30) oder später (mit 60) bei jedem Menschen natürlich (d.h. durch biologisch bedingte Alterungsprozesse des gesamten Organismus) auftritt und der daher auch als „Altershaut“ bezeichnet wird.

Eigenschaften des Hautzustandes sind schuppiges Aussehen (d.h. sichtbare weiße Hautschüppchen), Glanzlosigkeit, verringerte Dicke der Hautschichten, Falten, Flecken und Spannungsgefühl, ganz kleine Poren, keine Mitesser und Pickel.

Aus diesen Eigenschaften heraus ergibt sich auch die Bezeichnung des Zustands als „empfindliche“ Haut. Schließlich ist unsere Haut für uns die Schutzbarriere Nummer eins zur Außenwelt. Sämtliche Stoffe müssen diese Barriere erst einmal überwinden. An oberster Stelle ist da der Hydrolipidfilm zusammen mit der Hornschicht der Haut.

Die Hornzellschicht, auch stratum corneum genannt, ist die letzte und daher oberste Hautschicht. Sie besteht aus Hornzellen. Das sind abgestorbene Zellen ohne Zellkern und sonstigen Zellorganellen, die also im Prinzip nur noch aus der Hornsubstanz (=Keratin) bestehen, die in ihnen gebildet wurde, weshalb sie auch als Keratinozyten (=Keratin bildende Zellen) bezeichnet werden. Sie wurden ursprünglich in der Basalzellschicht gebildet und wurden dann von den immer nachkommenden neuen Zellen, die nach ihnen in der Basalzellschicht gebildet wurden, immer weiter nach oben gedrückt. So erneuert sich die Haut i.d.R. in einem Zyklus von 28 Tagen komplett. Das stratum corneum kann, je nach Bereich, 12 bis 200 Zellschichten dick sein.

Die Hornzellen jedenfalls sind verbunden durch Lipidkomponente, d.h. durch Fett. Das kann man sich wie Stein und Mörtel vorstellen, die Hornzellen als Mauersteine und die Lipide als Mörtelsubstanz um die Bestandteile zu verbinden. Die Feuchtigkeitskomponente (Wasser) sorgt dafür, dass die Schutzmauer nur mit den Lipiden nicht zu lipophil, weil dann ja auch kein Wasser mehr von außen aufgenommen werden könnte. Die Mauersteine halten Staubpartikel, Bakterien, Pollen ab und die hydro- und lipophilen Elemente sorgen dafür, dass die haut elastisch, d.h. veränderbar bleibt (notwendig z.B. v.a. bei Schwangerschaft).

Ist die Haut also zu fettarm ist die „Mörtelsubstanz“ zwischen den Zellen nicht ausreichend, es entstehen Lücken. Mehr Hornzellschichten werden direkt abgetragen, werden sichtbar, fallen ab, obwohl sie durch den natürlichen Druck von innen noch gar nicht soweit wären, nur weil sie nicht mehr ausreichend miteinander verbunden sind. Die Haut wird also dünner. Mechanischer Schutz ist also auch weniger gegeben.

Außerdem ist die Säureschutzfunktion der Haut mit zu wenig Wasser und Fett auch nicht ausreichend gegeben. Kommt es aufgrund Einwirkung bestimmter Substanzen (Bsp. Seifen) zu einer Verschiebung in den alkalischen Bereich dauert es aufgrund geringerem Hydrolipidfilmvolumen) einfach länger bis dies wieder neutralisiert ist (nennt man dann „fehlende Alkalineutralisationsfähigkeit“). Und dadurch, dass die Haut ihr natürlich leicht saures pH-Milieu nur langsamer wieder herstellen kann (eigentlich in 0,5h, aber bei fehlender Alkalineutralisationsfähigkeit auch bis zu 3 h) ist die Zeitspanne erhöht, indem sich pathogene Bakterien gut ansiedeln können. Die Infektanfälligkeit ist also erhöht. Auch daher ist die Haut „empfindlicher“.

Für diesen Zustand ist die Zuführung sowohl von Fett wie auch Feuchtigkeit wichtig und außerdem muss darauf geachtet werden, dass Produkte möglichst „mild“ sind (wegen fehlender Säureschutzmantelfunktion), weshalb der Hautzustand ebenfalls als „anspruchsvoll“ bezeichnet wird.

-> fettarm-feuchte Haut

Der Zustand der fettarm-feuchten Haut ist selten und entsteht wenn fettarm-trockene Haut durch äußere Einflüsse ständig überfeuchtet wird, aber das Wasser aufgrund fehlender natürlicher Feuchthaltefaktoren nicht lange gehalten werden kann. Es kann also z.B. an zu feuchter Pflege liegen.

-> fettig-feuchte Haut

Dieser Zustand wird oft auch einfach nur als „fettige“ Haut bezeichnet, oder auch als „Seborrhoe oleosa“.

Seborrhoe beschreibt eine gesteigerte Talgdrüsensekretion.

Die Talgdrüsensekretion wird übrigens durch Androgene („männliche“ Sexualhormone; „männlich“ nur deshalb, weil sie ebenfalls für die Ausbildung männlicher Merkmale wie Bartwuchs und tiefe Stimmlage verantwortlich sind, aber auch Frauen haben Androgene) ausgelöst.

Dieser Hauttyp kann also erst ab Beginn der Pubertät vorkommen, und da er zusammen mit genetischer Disposition eine Voraussetzung für Akne ist, bekommen Teenager mitunter auf einmal Probleme mit Akne-Zuständen ihrer Haut.

Fett-feuchte Haut ist glänzend, grobporig, dick und ggf. mit (zahlreichen) Mitessern bedeckt.

Durch den hohen Fettgehalt verschiebt sich der Übergang zu fettarm-trockenem Zustand, d.h. Altershaut, auf spätere Zeitpunkte und die Haut ist widerstandsfähiger (weil dicker).

Eine regelmäßige und hinreichende (d.h. nicht nur mit Wasser, denn auch fettige Elemente müssen entfernt werden) Reinigung ist aber dennoch besonders wichtig, da es sonst bei Verlegung der Poren, durch Schmutz o.ä., leicht zur Bildung von Mitessern und so auch schnell zu einem Übergang in entzündliches Stadium (Pickel und Akneknötchen) kommt.

Das ist nämlich genau der Weg wie es zur Entstehung eines Akne-Zustands kommt.

Zunächst kommt es zu einer Talgstauung im Haarfollikel (Talgdrüsen sind an Haarfollikel gebunden). Das kann z.B. aufgrund von äußerlicher Verlegung durch Schmutz sein, oder aufgrund Hyperkeratose (erhöhte Verhornung) in diesem Bereich. Es entsteht ein weislicher Mitesser, in der Fachsprache auch als „Komedon“ bezeichnet (auch als „Whitehead“, weil weis), da die Talgstauung durch die Haut durchscheint. Mit der Zeit drückt weitere Talg den Komedo auf und es entsteht aufgrund von Oxidation und Verschmutzung ein schwarzer Mitesser („Blackhead“).
Dieser Zustand ist für den fett-feuchten-Hautzustand typisch. Sind viele Mitesser vorhanden, wird der Zustand auch als „unreine“ Haut bezeichnet.

Entzündet sich eines der Komedonen entsteht ein Pickel, oder ein „Akneknötchen“, wird dieses dann mit Propionibacterium acnes infiziert und kommt es aufgrund Aufplatzens oder durch äußerlichen mechanischen Druck (dran rumspielen z.B.) zu einer Entleerung der Talg-Hornsubstanz-Entzündungsmasse in umliegendes Gewebe und ist zusätzlich eine genetische Prädisposition vorhanden (was wohl bei 70-95% der Jugendlichen der Fall ist), dann kommt es zur Ausbildung eines Akne-Zustands mit Pusteln etc.

Wenn es bereits dazu gekommen ist sollten keine Peelings genutzt werden, da diese eben genau zu einer solchen Entleerung führen würden, ansonsten sind Peelings für den fett-feuchten Hautzustand absolut empfehlenswert, weil sie dabei helfen oberste Hornzellschichten abzutragen und Komedone zu bekämpfen. Außerdem ist auch hier regelmäßige Reinigung wichtig um Talg zu entfernen um es gar nicht erst zur Verstopfung irgendwelcher Poren kommen zu lassen.

Das Pflegeziel ist einfach die Überführung in einen normalen Hautzustand.

Das Vorkommen von fettig-feuchter Haut beschränkt sich außerdem meist auf Gesicht, Rücken und Dekolleté, da dort v.a. Talgdrüsen vorhanden sind.

-> fettig-trockene Haut

Auch dieser Zustand ist selten und entsteht z.B. bei Pflege eines fettig-feuchtem Hautzustand mit zu viel austrocknenden Präparaten.

Die Haut ist dann fettig, aber wenig elastisch und neigt zu Spannungen.

Die Pflege sollte wieder Feuchtigkeitsfaktoren enthalten.

-> Mischhaut

Das ist der Hautzustand, der am häufigsten vorkommt (90% der Menschen).

Er wird auch als „Seborrhoe sicca“ bezeichnet, da auch hier wieder eine vermehrte Talgdrüsensekretabsonderung vorliegt, was aber durch die trocken-fettarmen Bereiche der Haut wieder ausgeglichen wird (v.a. im Gesicht), sodass die Haut äußerlich gar nicht fett-feucht erscheint.

Die Mischhaut besteht also sowohl aus trocken-fettarmen und feucht-fettigen Hautzuständen, wobei aufgrund oben beschriebenem Aspekt keiner sehr stark ausgeprägt ist. Beide weiche  nur etwas vom normalen Zustand ab, sodass i.d.R. die gleichen Pflegeprodukte wie bei normaler Haut verwendet werden können.

In der T-Zone des Gesichts (Stirn und Nase bis Kinn) ist die Haut fettig-feucht und an den Wangen fettarm-trocken.

 

Vergiftungen durch Atemgifte

Als Atemgifte werden Stoffe bezeichnet, die dem Menschen schaden, wenn sie über die Atemwege aufgenommen werden.

Dabei werden Atemgifte z.B. unterschieden nach schädigender Hauptwirkung, nach Masse (d.h. schwerer oder leichter als Luft) und nach Wasserlöslichkeit.

Nach schädigender Hauptwirkung werden sie in drei Gruppen unterteilt.

Gruppe 1 umfasst Atemgifte, die an sich nicht toxisch sind, aber auf den Menschen in zu hoher Konzentration schädlich wirken, weil sie aufgrund ihrer Masse (schwerer als Luft) den zum Atmen notwendigen Sauerstoff verdrängen und sich in Bodennähe ansammeln. Daher werden sie als „Stickgase“ bezeichnet. Der Mensch erstickt aufgrund zu wenig Sauerstoff-Gehalt der Luft. Beispiele für Stickgase sind z.B. Stickstoff, Wasserstoff und Edelgase.

Normal sind übrigens 18-21% Sauerstoff, bei 10-18% kommt es schon zu Unwohlsein, leicht getrübter Wahrnehmung, bei 6-10% zu stärker getrübter Wahrnehmung, bei 3-6% zu Bewusstlosigkeit und bei 0-3% zum Tod.

Gruppe 2 umfasst Atemgifte, die die Atemwege aufgrund von Ätzung oder Reizung zerstören. Hierbei wird unterschieden zwischen leicht oder schwer wasserlöslichen Stoffe, da leicht wasserlösliche Stoffe (Bsp. Säuren- oder Laugendämpfe, Stickstoffdioxid, Ozon) v.a. die oberen Atemwege schädigen (Bsp. Mund, Nase, Rachen, Kehlkopf), da sie sich dort im flüssigen Milieu schon lösen, und schwer wasserlösliche Stoffe (Bsp. Nitrosegase) auch leicht in untere Atemwege gelangen (Luftröhre, Bronchien, Alveolen etc.). Schwer wasserlösliche Atemgifte führen oft zu Lungenödemen.

Zu Gruppe 3 gehören Atemgifte, die neben Atemwegen auch schädigend auf den Sauerstofftransport im Blut wirken (Bsp. Kohlenmonoxid), wodurch es z.B. auch zu Organschäden kommen kann, d.h. auch zu Gehirnschäden.

-> Ozon-Vergiftung

Ozon gehört zur Gruppe 2 der Atemgifte, da es reizend auf Augen, Schleimhäute und Atemwege wirkt.

Dagegen können bei akuter Intoxikation (Vergiftung) inhalative Glucocorticoide gegeben werden. Wichtig ist auch nach akuter Vergiftung Bettruhe um den Körper horizontal zu halten, und möglichst unbewegt, sodass das Gift nicht unnötig leicht in tiefere Atemwege gelangt.

Bei chronischer Intoxikation, d.h. Vergiftung mit Ozon über einen längeren Zeitraum, kommt es nämlich aufgrund der ätzenden Wirkung von Ozon und daraus entstandenen chronischen Entzündungen und Vernarbungen  zu einer verringerten Lungenelastizität.

Um die Bevölkerung zu schützen hat man einen Ozon-Zielwert festgelegt, der nicht überschritten werden darf. Er liegt bei 120 Mikrogramm pro Kubikmeter. Wobei hierzu gesagt werden muss, dass dieser Wert ein 8h Mittelwert eines Tages ist, der innerhalb eines Jahres 25 mal überschritten werden darf und innerhalb von 3 Jahren 75 mal..

Desweiteren ist eine sog. Alarmschwelle bei 240 Mikrogramm pro Kubikmeter als Wert festgelegt, bei dessen Überschreitung die gesamte Bevölkerung dazu aufgerufen ist körperliche Anstrengungen im Freien möglichst zu vermeiden.

-> Stickstoffdioxid-Vergiftung

Auch für Stickstoffdioxid ist eine Alarmschwelle festgesetzt worden. Hier liegt sie bei 400 Mikrogramm pro Kubikmeter, wobei die Messung an Orten erfolgt sein, die für das gesamte Ballungsgebiet oder den Umkreis von 100km repräsentativ sind.

Der Immissionsgrenzwert (der Zielwert ist auch ein Immissionsgrenzwert, aber spezifisch für Ozon) von Stickstoff liegt bei 200 Mikrogramm pro Kubikmeter und darf innerhalb eines Kalenderjahres diesen nicht öfter als 18 mal überschreiten, und im Jahresmittel 40 Mikrogramm pro Kubikmeter nicht.

Ansonsten gilt auch bei einer akuten Stickstoffdioxid-Vergiftung absolute Körperruhe für min. 24 Stunden und ggf. Schockbehandlung.

Stickstoffdioxid wirkt also auch reizend auf Augen und Schleimhäute (d.h. Gruppe 2) und bzgl. der Atemwege kann es bei Stickstoffdioxid auch nach Tagen noch zu Lungenödemen (Austreten von Blutflüssigkeit in Lunge) kommen.

Allerdings kann es bei einer Stickstoffdioxid-Vergiftung im Gegensatz zu einer Vergiftung mit Ozon auch ggf. zu Methämoglobinbildung kommen, weshalb auch Schwindel und Kopfschmerzen , aufgrund von Sauerstoffmangel im Gehirn, ggf. zu den Symptomen zählen können.

Hämoglobin ist ein Proteinkomplex des Blutes, der auch für die rote Farbe verantwortlich ist, v.a. aber für die Versorgung der Organe mit Sauerstoff. Dadurch besitzt es in seiner Mitte zweiwertiges Eisen als Zentralteilchen an das Sauerstoff oxidiert (dann dreiwertiges Eisen). So wird es zu entsprechenden Zielorganen transportiert um schließlich dort wieder abgegeben.

Methämoglobinbildner wie Stickstoffdioxid, Kohlenmonoxid und z.B. Blausäure, gehen selbst mit dem Zentralteilchen eine Bindung ein (z.B. Kohlenmonoxid CO hat ja selbst ein Sauerstoffatom) oder binden generell mit dem Hämoglobinkomplex, sodass Sauerstoff nicht mehr binden kann, weil seine Stelle besetzt ist, oder ggf. zwar noch binden kann, aber durch die strukturelle Veränderung des Komplexes aufgrund des Fremdmoleküls irreversibel gebunden ist und so an den Zielorganen nicht mehr abgegeben werden kann. So oder so kommt es zu einer Hemmung des Sauerstofftransportes, was zu Sauerstoffunterversorgung an verschiedenen Organen führt. Ist das Gehirn betroffen treten Symptome wie Schwindel und Kopfschmerzen auf.

Bei Kontakt mit flüssigem Stickstoff kommt es zu schweren Hautreizungen.

-> Kohlenmonoxid-Vergiftung

Kohlenmonoxid wirkt, anders als Stickstoffdioxid, primär als Methämoglobinbilder, weshalb es zur Gruppe 3 der Atemgifte gehört.

Hierbei bindet CO tatsächlich an der O-Bindungsstelle des Hämoglobinmoleküls, wobei besonders gefährlich ist, dass CO eine höhere Affinität zur Bindungsstelle hat, d.h. CO bindet nicht nur, wenn die Konzentration hoch genug ist und es daher sowieso statistisch oft vorkommt, dass ein CO-Molekül nah genug m Häm.Molekül ist um zu binden sondern auch, wenn eigentlich mehr Sauerstoff noch da ist, einfach weil es „stärker“ ist.

Erste Symptome treten hierbei auf ab 30% CO-Hb-Blutgehalt. Typisch ist ein „Ohrensausen“. Es kommt ggf. zum Kreislaufkollaps, narkotischer Wirkung.

Ab 60% CO-Hb-Blutgehalt kommt es zu Krämpfen, Tod durch Atemlähmung.

Zur Vergiftung kommt es leicht durch Einatmen von Rauch, denn Kohlenstoffmonoxid entsteht bei unzureichender Verbrennung, d.h. Verbrennung ohne ausreichend Zufuhr von Sauerstoff, wie z.B. auch beim Rauchen von Shishas.

Raucher sind im Übrigen nicht „besser dran“, weil sie schon eine Toleranz o.ä. entwickelt haben und somit weniger anfällig sind. Das genaue Gegenteil ist der Fall, da der CO-Hb-Spiegel meist schon bei 15% ist, weshalb Raucher schneller im toxischen Bereich von 30 sind.

-> Blausäure-Vergiftung

Blausäure ist ebenfalls primär ein Methämoglobinbildner, also auch ein Atemgift der Gruppe 3, ebenso wie Kohlenmonoxid, hat ansonsten mit Ohrensausen, Schwindel, Kopfschmerzen, bis hin zu Bewusstlosigkeit, Krämpfen, bis hin zu Atemlähmung, Tod durch inneres Ersticken, auch die gleichen Symptome bzw. Folgen.

Einziger Unterschied bzgl. Symptome, der aber ganz ganz typisch ist, ist der typische Bittermandelgeruch der Atemluft bei einer akuten Intoxikation.

Sowohl bei Blausäure wie auch bei Kohlenmonoxid-Vergiftung können als Antidote (Gegengifte) ggf. Toluidinblau, Hydroxocobolamin, 4-Dimethylaminophenol oder Natriumthiosulfat 10% gegeben werden.

Toluidinblau selbst ist zwar auch ein Methhämoglobinbildner, sorgt aber für die Einstellung eines Gleichgewichtes bei etwa 10%, durch Rückbildung hoher Methämoglobinkonzentrationen (normale Konzentration liegt im Übrigen bei 1% etwa).

-> Ethylenoxid-Vergiftung

Ethylenoxid ist wieder ein Atemgift der Gruppe 2, da es reizend auf die Haut und die Atemwege wirkt. Charakteristisch sind Hustenreiz, tränende Augen, starkes Erbrechen, Durchfall. Außerdem kommt es zu Schwindel, Bewusstlosigkeit, Atemnot bis Atemstillstand.

Bei Kontakt ist die Haut gründlich mit Wasser und Seife zu spülen.

Ansonsten besonders gefährlich ist, dass es bereits zu Vergiftungen kommen kann bevor man das Gas riecht und akute Symptome oft erst nach Stunden oder Tagen auftreten. Auch zu Lungenödemen kommt es mitunter erst nach Tagen.

Rheologie_Notizen

Rheologie = Wissenschaft, die sich mit Fließeigenschaften von Flüssigkeiten und Deformation fester und halbfester Systeme beschäftigt

Deformation = Verformung

-> Wovon ist das Fließverhalten abhängig? Bewegung der Flüssigkeiten, Temperatur

Viskosität = „innere Reibung“ bzw. „Zähigkeit“ einer Flüssigkeit = innerer Fließwiderstand einer Flüssigkeit, der darauf beruht, dass zwischen den einzelnen Teilchen dieser Flüssigkeit intermolekulare kräfte herrschen

Kartenblattmodell = Modell der dynamischen Viskosität, das zeigt, dass die Schergeschwindigkeit von oben nach unten aufgrund des Reibungswiderstandes abnimmt, wodurch eine Deformation (des Kartenstapels) entsteht

kartenblattmodell
Kartenblattmodellskiz

Schubspannung (Scherkraft) = Kraft, die auf oberstes Kartenblatt im Kartenblattmodell wirkt

dynamische Viskosität : 1Pa * s = Schubspannung / Schergefälle

idealviskose Flüssigkeiten = Newton´sche Flüssigkeiten = Flüssigkeiten, deren Viskosität sich durch Krafteinwirkung nicht verändert, d.h. Flüssigkeiten bei denen die Viskosität als charakteristische Konstante gilt (Bsp. Wasser, Ethanol, Glycerol, Öle)

strukturviskos = Struktur- und Flüssigkeitsverhalten verändernd durch den Einsatz von Scherkräften

-> Beispiele für strukturviskose Stoffe? pseudoplastische Stoffe, plastische Stoffe, dilatante Stoffe, thixotrope Systeme, pheophexe Systeme, Rheodestruktion

Rheogramm = Fließkurve

-> Wie verhalten sich pseudoplastische Stoffe bei äußerer Krafteinwirkung? sie werden dünnflüssiger

pseudoplastische Stoffe = Stoffe bei denen Viskosität mit steigender Scherbelastung abnimmt, sodass eine Zunahme der Fließgeschwindigkeit erfolgt (Bsp. Suspension, kolloide mit langkettigen Makromolekülen)

plastische Stoffe = Stoffe, die erst beim Erreichen einer bestimmten Schubspannung zu Fließen beginnen (Fließgrenze) (Bsp. Zahnpasta, Gele, Fette, Salben)

dilatante Stoffe = Stoffe, deren Viskosität mit steigender Scherbelastung zunimmt (Bsp. Pasten mit hohem Feststoffanteil, Zinkpaste, Sahne)

thixotrope Systeme = Sonderform plastischer Fließeigenschaften bei der es mit Zunahme der Schubspannung zur Senkung der Viskosität kommt und sich nach einer Zeit der ursprüngliche Gelzustand wieder einstellt (Bsp. Suspensionen, streichfähige Zubereitungen, Betonitgel)

rheopexe Systeme = Systeme bei denen unter Einsatz von Scherkräften es zu einer Strukturverfestigung kommt ( SW: Scherverdickung) und sich nach einer Ruhezeit die Ausgangsviskosität wieder einstellt (Bsp. transparente Oleogele)

Rheodestruktion = Stoffe, bei denen sich unter Scherbelastung eine irreversible Verflüssigung entwickelt (Bsp. Joghurt)

-> Welche Bedeutung hat die Rheologie für die Arzneiformenlehre? Stabilitätsverbesserung (Erhöhung der Viskosität vermindert Sedimentierung bei Suspensionen, Dosiergenauigkeitserhöhung durch Flüssigkeitsgeschwindigkeitsbeeinflussung, Beeinflussung der Applikation (Gießfähigkeit, Aufschüttelbarkeit einer Suspension), etc. etc.

Solvatation

Anstelle von „Solvatation“ wird auch von „Solvatisierung“ gesprochen.

Dabei handelt es sich um eine „Attraktion oder Assoziation von Molekülen des Lösungsmittels mit Molekülen oder Ionen des gelösten Stoffes“ (s. Wikipedia), d.h. die Moleküle des Lösungsmittels wechselwirken mit den Molekülen des gelösten Stoffes.

Dabei bildet sich um das gelöste Molekül eine sogenannte „Solvathülle“. Darunter versteht man einfach die um das gelöste Molekül herum angeordneten Moleküle des Lösungsmittels.

Um diesen Vorgang genauer zu verstehen schaut man sich am besten den Lösungsvorgang von Salz in Wasser an, das ist ein Beispiel, das sicher jeder kennt. Was passiert wenn man Salz in Wasser tut? Wahrscheinlich erstmal nicht viel. Die festen kleinen Salzkörnchen sinken zu Boden. Wenn man jetzt z.B. eine Gabel nimmt um das Wasser umzurühren, dann beobachtet man, dass die sichtbaren Salzkörnchen mit der Zeit verschwinden. Das Salz löst sich langsam. Nach kurzer Zeit ist das Wasser wieder klar und das Salz ist komplett im Wasser gelöst.

Der Vollständigkeitshalber muss an dieser Stelle gesagt werden, dass dieser Vorgang eine Spezialform der Solvatation ist, da es sich um das Lösungsmittel Wasser handelt. Sobald ein Stoff in Wasser gelöst wird spricht man nicht mehr von Solvatation sondern von einer Hydratation und anstatt von einer Solvathülle von einer Hydrathülle.

Die chemische Formel von Kochsalz ist NaCl. Die chemische Formel von Wasser ist H20.

Hier gibt es jetzt einige einfache Besonderheiten.

NaCl ist eine Ionenverbindung, da Natrium in der 1. Hauptgruppe des PSE (Periodensystem der Elemente) steht und Chlor in der vorletzten. Natrium muss also ein Elektron abgeben um die Edelgaskonfiguration zu erreichen und Chlor muss eins aufnehmen. Na liegt daher als Na+ vor (ein negatives Teilchen abgegeben, also ein Überschuss an einem positiven Teilchen) und Cl als Cl- (ein negatives Teilchen empfangen, daher ein Überschuss an einem negativem Teilchen). Ausschlaggebend für diese Aufteilung in Ionen ist der EN-Wert eines Atoms.

Der EN-Wert ist der Wert der Elektronegativität. Das ist die „Kraft“ eines Atoms, sollte es sich in einer Bindung befinden, die Elektronen des Bindungspartners zu sich zu ziehen. Atome, die nur relativ wenige Elektronen auf der äußersten Elektronenschale haben, haben einen schwacheren Elektronegativitätswert (Bsp. Na) als Atome, denen nur noch ein oder zwei Elektronen fehlen um die Edelgaskonfiguration zu erreichen (Bsp. Cl).

Bei Wasser ist es nun so, dass es keine Ionenverbindung ist, denn die Differenz zwischen den beiden EN-Werten beträgt nur etwa 1,24 (wenn H 2,22 und O 2,44), allerdings ist die EN-Wert-Differenz wiederum so groß, dass sie auch nicht gänzlich ohne Folgen bleibt. Es ist so, dass sich sogenannte Partialladungen ausbilden. Die „Kraft“ des O-Atoms ist nicht groß genug um die Elektronen der beiden H-Atome vollständig an sich zu binden, daher verliert das H-Atom diese nicht, aber dennoch ist die Kraft stark genug um die Elektronen des Wasserstoff statistisch häufiger auf der Seite des Sauerstoffs zu bringen, daher ist Wasserstoff dann „leicht“ positiv“ und Sauerstoff „etwas“ negativer, was man durch entsprechende Zeichen kennzeichnet (s.u.).

Eine weitere Besonderheit begibt sich jetzt aus der Struktur des Wassermoleküls. Sauerstoff steht ja in der 6. Hauptgruppe und hat daher auch sechs Elektronen, wobei insgesamt vier davon sich zu Elektronenpaaren zusammengefunden haben. Sauerstoff hat also zwei Elektronenpaare und zwei einzelne Elektronen. Die Elektronenpaare sind allerdings schwerer als die einzelnen Elektronen und drücken diese daher in eine gewinkelte Form, auch obwohl H gebunden ist.

Durch die gewinkelte Form und die Partialladungen ist Wasser ein sogenannter „Dipol“, d.h. ein Molekül, an dem durch die Ladungsdifferenzen zwei Pole auszumachen sind, und diese Dipol-Eigenschaft von Wasser begründet jetzt wiederum die Tatsache, dass sich Salze gut in Wasser lösen, da Salze aus Ionen bestehen.

Wassermolekül
Wasser als Dipol

Aufgrund der Dipol-Eigenschaft des Wassermoleküls kann dieses sich jetzt nämlich entweder mit seiner negativeren Seite um das Kation des Salzes anordnen oder mit seiner positiveren Seite um das Anion. Beides geschieht in der Realität, da beide Ionen vorhanden sind. Sind alle Salzionen von Wassermolekülen umgeben ist das Salz gelöst und für den Beobachter nicht mehr sichtbar.

hydratation
hydratisiertes Kation und Anion (Kation ist positiv, daher von negativeren Wasserteil umgeben, Anion ist negativ, daher von positiveren Wasserteil umgeben)

Die Geschwindigkeit, mit dem sich Salze in Wasser lösen hängt übrigens davon ab, ob die Bindungskräfte zwischen den Ionen des Salzes stärker sind (liegen im Ionengitter vor), oder die Anziehungskräfte zwischen Wasserhülle und Ionen.

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