1. kurzes Fazit nach halbem Jahr Ausbildung

Der Stoff ist in Mathe, Physik, Deutsch und Englisch überaus unanspruchsvoll. Das sind Inhalte (Prozentrechnung, Dreisatz, Viskosität, Proportinalität, Kommasetzung etc.), die man ja schon in der Unterstufe (G8, Gymnasium) behandelt.

Gerade wenn man direkt aus der Schule kommt, egal ob Abi, Fachhochschulreife oder Real, ist das wohl ohne großen Aufwand zu schaffen, aber wenn zwischen der letzten Schulzeit und dieser Ausbildung schon ein paar Jahre liegen scheint es deutlich schwerer zu fallen sich da auch in vergleichsweise kleineren Themen einzufinden.

Ich denke aber, wenn man sich dessen bewusst ist, am Besten schon vor Ausbildungsbeginn, kann man sich diese „Basics“ noch einmal anschauen und im Unterricht dann direkt mitkommen, ohne erst dann mit Fragen und Verständnisproblemen und Nacharbeit anfangen zu müssen, da dann eigentlich nicht wirklich Zeit ist sich noch mit dem Nachholen von „Basics“ zu beschäftigen, da der Stoff in den anderen Fächern vergleichsweise enorm ist.

Arzneimittelkunde, Botanik, Galenik und Körperpflege haben eine ziemliche Informationsdichte in ihren Unterrichtsstunden.

Während wir in Mathe zwei Stunden über Prozentrechnung reden und zwei bis drei Aufgaben davon in aller Ausführlichkeit besprechen, reden wir in der gleichen Zeit in Arzneimittelkunde über das komplette Themenspektrum von Depression, Schizophrenie und Alzheimer, samt Wirkungsweise der einzelnen Wirkstoffe, die in deren Therapie eingesetzt werden könnten, inkl. sämtlicher Nebenwirkungen und ICD-10 Einstufungen…

Genauso sieht es in den anderen genannten Fächern aus. Im Hinblick auf die Prüfung ist es absolut notwendig regelmäßig den Stoff nachzubereiten, da außerdem auch in den folgenden Sunden besprochener Stoff meist direkt vorausgesetzt wird.

Man sieht also, dass man im Grunde schon genug zu tun hat, auch ohne sich noch mit irgendwelchen Nacharbeitungen aus der Unterstufe zu beschäftigen. Gerade auch wenn man Kinder hat, einen anderen Job, oder aus sonstigen Gründen wenig Zeit und Motivation, oder wenig Verständnis und Faszination für so Sachen wie unterschiedlicher Zellaufbau verschiedener Pflanzen, dahingehende Unterscheidungsmerkmale, Wirkstofffunktionsweisen verschiedener Drogen, Funktion des Nervensystems, etc. etc., dann sollte man das vielleicht lieber lassen oder zusehen, dass man sich ausreichend motiviert, denn es werden jede Woche irgendwelche Sachen benotet, und wenn man nicht am Ball bleibt, oder mal so ne Woche einfach so fehlt, dann wird das nix…

Jetzt sind die Inhalte von Arzneimittelkunde etc. zwar vom Umfang her viel ausführlicher als z.B. in Mathe, aber dennoch nicht schwieriger als Grundkurs-Niveau (Abi G8). Fast alles, was wir bisher in Arzneimittelkunde und Botanik (Aufbau und Funktion von Pflanzenzellen verschiedener Gewebsarten und verschiedener Zellorganellen) gehabt hatten, wurde bei uns in der Schule zumindest mal angesprochen früher.

Damit bleiben im Prinzip zwei Lernfächer, die sonst bestimmt die Wenigsten in ihrer bisherigen Schullaufbahn hatten: Galenik und Körperpflege, wobei in Galenik viele Vorgänge und Herstellungsverfahren besprochen werden, sodass man sich keine nervigen Listen unzusammenhängender Aspekte merken muss, was es extremst vereinfacht. In Körperpflege ist es bisher leider so, dass wir teilweise zwei Listen mit irgendwelchen Konservierungsmitteln lernen müssen, was nicht sonderlich spannend ist, da nicht darauf eingegangen wird, warum und wie jetzt was genau konserviert wird, aber vielleicht ist es für gern auswendiglernende Leute ganz praktisch.

Alles in Allem denke (und beobachte) ich, dass es für Leute ohne Gymnasialerfahrung mitunter ziemlich anspruchsvoll sein kann und im Gegensatz dazu für Leute mit Gymnasialerfahrung teilweise etwas langweilig. Muss jeder selbst wissen, womit er besser klar kommt.

Für gute bis sehr gute Realschüler sollte das eine interessante und abwechslungsreiche Ausbildung ohne übermäßigen Lernaufwand sein, bei dem man es sich dennoch nicht leisten kann Tagelang zu fehlen, aber sich dafür auch nicht langweilt.

Als Abiturient würde ich aber auf jeden Fall Pharmazie studieren. Das ist anspruchsvoller, interessanter, weniger langweilig, man verdient viel mehr, und kann immer noch in der Apotheke arbeiten, wenn man das denn unbedingt will, kann sogar eine eigene besitzen, wenn man besteht, daher…

Anmerkung nach kurz vor Ende des 1. Jahres (22.06.18): Inzwischen ist es nicht mehr „langweilig“, und ich denke, dass die PTA-Ausbildung gerade im Hinblick auf das Pharmaziestudium ein sehr guter Auftakt ist, denn im Studium wird es richtig schwierig und kompliziert. Als PTA hat man jedes Thema schon einmal angesprochen und im Bezug auf die Regelschulzeit vertieft, aber im Grunde ist es immer noch fast oberflächlich. Selbst jetzt gibt es noch so viel, von dem uns extra gesagt wird, das müssen wir nicht lernen, das ist zu kompliziert. Ein Pharmziestudent, der direkt ohne sonstiges Vorwissen einsteigt, der wird da sicher auch einiges dran zu lernen haben… Außerdem lernt man als PTA wohl den ganzen Galenikaspekt ausführlicher, hab ich mir sagen lassen…

Ein Gedanke zu „1. kurzes Fazit nach halbem Jahr Ausbildung“

  1. Herzlichen Dank das du deine Erfahrungen teilst.
    Gerade in dem 1. Fazit habe ich detailierte Antworten auf einige Fragen zur Ausbildung erhalten, die ich sonst nirgendwo gefunden habe. Auch ich befasse mich gerade mit dem Thema PTA- Ausbildung und habe deshalb mit Interesse die leicht verständlich geschriebenen Beiträge gelesen. Und freue mich schon auf weitere Themen…
    Alles Liebe und weiterhin viel Erfolg ; )

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