2. Fazit (nach knapp einem Jahr)

Da das 1. Ausbildungsjahr ja jetzt fast vorbei ist, dachte ich mir, dass ich ja noch einmal ein Fazit schreiben kann.

Die erste Sache, die mir gerade jetzt in der 2. Hälfte des ersten Jahres ganz besonders bewusst geworden ist, ist die, dass Organisation extremst wichtig ist.

Gerade gestern erst habe ich nämlich meine kompletten Schulsachen sortiert und mir ist aufgefallen, wie viel das inzwischen ist.

schulsachen
große Ordner: Arzneimittelkunde und alle Fächer, die nicht in extra Ordner sind; kleine Ordner: galenische Übungen, Galenik (fehlt auf dem Bild), chemische Übungen; ein Klausurenschnellhefter, ein Deutsch-Arbeitsheft und ein Matheheft, in das ich alle Übungsaufgaben geschrieben habe

Außerdem ist mir auch jetzt am Ende des 1. Jahres noch einmal bewusst geworden, wie wichtig eine ständige Unterrichtsvorbereitung und auch Unterrichtsnachbereitung ist, denn auch wenn alles ordentlich ist, dass man im Notfall jeden Stichpunkt schnell nachschlagen kann, wenn man nichts davon weiß, was man da abgeheftet hat, bringt das auch nichts. Ich persönlich habe auch nicht allzu wenig noch nachzuholen. Da bin ich während der Schulzeit (auch wegen meinen tausend anderen Aktivitäten wahrscheinlich) einfach nicht dazu gekommen. Allerdings lag es auch großteils einfach daran, dass wir in einer Woche teilweise 3 Klausuren hatten und die nächste wieder… und ich auch daher nicht dazu gekommen bin ein Fach komplett fertig zu lernen, weil ich ja auch für die anderen Klausuren lernen musste… Manche in meiner Klasse haben es dann so gemacht, dass sie für eine gelernt haben und dafür in den anderen zwei dann schlechte Noten hatten oder sie nachschreiben mussten. Ich denke, das muss jeder für sich sehen, aber die Klausurendichte und auch die generelle Lernstoffdichte war auf jeden Fall nicht nur bei mir ein Problem.

 

 

Generell mit dem Lernstoff an sich hatte ich persönlich aber absolut keine Probleme. In Mathe sind wir zwar ein bisschen auch endlich in das pharmazeutische Rechnen eingestiegen (z.B. pH-Wert- Berechnung), was teilweise auch komplett neu für mich war, aber unsere Mathelehrerin hat das so super erklärt, dass ich tatsächlich nicht denke, das irgendjemand in der Klasse es nicht verstanden hat. Generell ist mir aufgefallen, dass die Lehrer alle überaus hilfsbereit sind und wirklich auch in den Dialog mit der Klasse treten, versuchen Probleme zu erkennen und tatsächlich auch zu helfen. Unsere Arzneimittelkundelehrerin z.B. hat irgendwann damit begonnen und nach jedem Thema Fallbeispiele auszuteilen, die wir dann lösen sollten, was extrem hilfreich war, da man sich so noch einen Moment länger auch im Unterricht noch mit dem Thema beschäftigen konnte und dann auch besser für die Klausur vorbereitet war. Natürlich darf man dann nicht den Fehler machen und nur die Fragen von den Übungsblättern zu lernen. Auch unsere Chemielehrerin hat uns immer Zusammenfassungen ausgeteilt, damit der ganze Lernstoff nicht so erschlagend war und wir konkret wussten, was wir für die Klausur zu lernen hatten. Ich persönlich mache mir sowieso auch immer Zusammenfassungen nach jedem Thema selbst, weil einfach die Blätter z.B. in Arzneimittelkunde in einer Doppelstunde teilweise auf 20-40 Seiten kommen und ich da schnell den Überblick verliere, wenn ich mir das nicht anständig komprimiere. Das kann ich auf jedem Fall auch nur jedem empfehlen, ich denke nämlich, dass auch im 2. Jahr noch eine Menge an Stoff hinzukommt.

Alles in allem hat mir das 1. Jahr mega viel Spaß gemacht, ich finde jedes Fach mega interessant. Wir hatten jetzt auch schon die ersten Stunden in Mikroskopieren, das habe ich zuletzt in der 6. Klasse gemacht, und das fand ich damals schon voll cool. In den Sommerferien müssen wir jetzt ein Herbarium erstellen. Das finde ich auch eine voll schöne Aufgabe. Ein bisschen durch die Natur laufen, Pflanzen sammeln, ein paar nette Sachen dazu aufschreiben… Unsere Lehrerin hat uns auch fast 100% kreativen Spielraum dafür gelassen. Wir müssen nur etwa 8 vorgegebene Aspekte der Pflanze nenne (Name in deutsch und lateinisch, Fundort etc. etc.) und können es ansonsten komplett frei gestalten.

Ich bin aber auch einfach ein Mensch, der sich schon immer total für Naturwissenschaften begeistern konnte. Ich finde Chemie total interessant, Biologie, gerade so Wirkungsweisen von Arzneimitteln faszinieren mich teilweise, und ich denke, wenn man nicht zumindest ein Grundinteresse in diesem Bereich hat, dann wird es sehr viel schwerer, gerade mit der Menge an Stoff, die wir haben, denn dann ist es wirklich lernen lernen lernen. Für mich ist das Spaß. Ich liebe lernen. Wenn einem Lernen kein Spaß macht und man Mathe auch doof findet und man irgendwelche biochchemischen Hintergründe von irgendwelchen Medikamenten auch nicht toll findet, dann wird es sehr viel Arbeit, aber selbst dann glaube ich, dass es machbar ist, eben weil die Lehrer so bereit sind zu helfen und alles extremst komprimieren und sehr fair bewerten und eine Sache auch zehnmal oder dreißig mal erklären (wenn man sie darum bittet).

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