Rheologie_Notizen

Rheologie = Wissenschaft, die sich mit Fließeigenschaften von Flüssigkeiten und Deformation fester und halbfester Systeme beschäftigt

Deformation = Verformung

-> Wovon ist das Fließverhalten abhängig? Bewegung der Flüssigkeiten, Temperatur

Viskosität = „innere Reibung“ bzw. „Zähigkeit“ einer Flüssigkeit = innerer Fließwiderstand einer Flüssigkeit, der darauf beruht, dass zwischen den einzelnen Teilchen dieser Flüssigkeit intermolekulare kräfte herrschen

Kartenblattmodell = Modell der dynamischen Viskosität, das zeigt, dass die Schergeschwindigkeit von oben nach unten aufgrund des Reibungswiderstandes abnimmt, wodurch eine Deformation (des Kartenstapels) entsteht

kartenblattmodell
Kartenblattmodellskiz

Schubspannung (Scherkraft) = Kraft, die auf oberstes Kartenblatt im Kartenblattmodell wirkt

dynamische Viskosität : 1Pa * s = Schubspannung / Schergefälle

idealviskose Flüssigkeiten = Newton´sche Flüssigkeiten = Flüssigkeiten, deren Viskosität sich durch Krafteinwirkung nicht verändert, d.h. Flüssigkeiten bei denen die Viskosität als charakteristische Konstante gilt (Bsp. Wasser, Ethanol, Glycerol, Öle)

strukturviskos = Struktur- und Flüssigkeitsverhalten verändernd durch den Einsatz von Scherkräften

-> Beispiele für strukturviskose Stoffe? pseudoplastische Stoffe, plastische Stoffe, dilatante Stoffe, thixotrope Systeme, pheophexe Systeme, Rheodestruktion

Rheogramm = Fließkurve

-> Wie verhalten sich pseudoplastische Stoffe bei äußerer Krafteinwirkung? sie werden dünnflüssiger

pseudoplastische Stoffe = Stoffe bei denen Viskosität mit steigender Scherbelastung abnimmt, sodass eine Zunahme der Fließgeschwindigkeit erfolgt (Bsp. Suspension, kolloide mit langkettigen Makromolekülen)

plastische Stoffe = Stoffe, die erst beim Erreichen einer bestimmten Schubspannung zu Fließen beginnen (Fließgrenze) (Bsp. Zahnpasta, Gele, Fette, Salben)

dilatante Stoffe = Stoffe, deren Viskosität mit steigender Scherbelastung zunimmt (Bsp. Pasten mit hohem Feststoffanteil, Zinkpaste, Sahne)

thixotrope Systeme = Sonderform plastischer Fließeigenschaften bei der es mit Zunahme der Schubspannung zur Senkung der Viskosität kommt und sich nach einer Zeit der ursprüngliche Gelzustand wieder einstellt (Bsp. Suspensionen, streichfähige Zubereitungen, Betonitgel)

rheopexe Systeme = Systeme bei denen unter Einsatz von Scherkräften es zu einer Strukturverfestigung kommt ( SW: Scherverdickung) und sich nach einer Ruhezeit die Ausgangsviskosität wieder einstellt (Bsp. transparente Oleogele)

Rheodestruktion = Stoffe, bei denen sich unter Scherbelastung eine irreversible Verflüssigung entwickelt (Bsp. Joghurt)

-> Welche Bedeutung hat die Rheologie für die Arzneiformenlehre? Stabilitätsverbesserung (Erhöhung der Viskosität vermindert Sedimentierung bei Suspensionen, Dosiergenauigkeitserhöhung durch Flüssigkeitsgeschwindigkeitsbeeinflussung, Beeinflussung der Applikation (Gießfähigkeit, Aufschüttelbarkeit einer Suspension), etc. etc.

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