Buchvorstellung_Schluss mit Prokrastination

Autoren: Peter Ludwig, Petra Kubin, Gernot Bogner

Buchuntertitel: Wie man aufhört zu verschieben und anfängt zu leben

Verlag: REDLINE Verlag

Der Titel sagt eigentlich schon alles. Anfangen zu leben. Aufhören zu verschieben. Wollte doch bestimmt jeder schonmal machen, oder? Also ich kenn das nur zu gut. Wer hat sich das nicht schon vorgenommen und dann doch prokrastriniert.

Das erste Mal in die Hände gefallen ist mir das Buch im Thalia bei uns in der Innenstadt. Ich hatte irgendwas Wichtiges vor, war natürlich mal wieder viel zu spät und bin dann trotzdem nochmal in den Buchladen um Kalender zu schauen, das weis ich noch. Also muss es wohl Ende 2017 gewesen sein. Natürlich war es voll unnötig großartig nach Kalendern zu schauen, man bekommt ja doch zu Weihnachten sowieso irgendwelche geschenkt, zumindest ist das bei mir immer so, und war es auch letztes Jahr. Jedenfalls hab ich dieses Buch gesehen und fand es doof. Generell steh ich eigentlich nicht so auf Ratgeber aller Art, weil ich eigentlich dezent zu stolz bin um auf sie zu hören, aber das ist einfach nur dumm. Wenn Leute Ahnung von was haben sollte man sich zumindest mal anschauen, was sie zu sagen haben, also hab ich mir das Buch mitgenommen. Wie gesagt, hatte ich nicht viel Zeit, da ich eigentlich was anderes vorhatte, und hab es daher nur schnell durchgeblättert, und fand es direkt genial. Im Grunde ist es schon die Titelseite: „Prokrastination = beharrliches Aufschieben von Verpflichtungen“ und oben drüber das Wort „Schluss“ in knallrot. Eyecatcher und so… Wer will nicht endlich damit aufhören Zeugs, das erledigt werden muss, aufzuschieben und es stattdessen einfach mal tun und sich dann einfach gut fühlen die ganze Zeit, anstatt während dem Prokrastrinieren nur Schuldgefühle zu haben?

Darauf wird in dem Buch auch direkt eingegangen. Was ist Prokrastrination eigentlich, wo liegt der Unterschied zu Faulheit, wo zu Erholung. Außerdem wird erklärt, warum der Mensch überhaupt Sachen aufschiebt, weshalb gerade die heutige Zeit mit ihrer Informations- und Möglichkeitenfülle das Aufschieben begünstigt. Stichwort: Entscheidungsparalyse. Das Ganze beruht auf Basis wissenschaftlicher Studien. Die Autoren haben umfassende Recherche betrieben und beraten weltweit Unternehmen im Bereich Motivations- und Effektivitätssteigerung. Dazu sind zahlreiche Skizzen enthalten, die Beschriebenes nochmal anschaulich verdeutlichen, was ich anfangs zwar dezent gewöhnungsbedürftig fand, aber im Grunde jetzt eigentlich ziemlich genial finde, da Bilder einfach besser im Gedächtnis abzuspeichern sind als die selbe Information in Textform. In diesem Buch ist beides vorhanden, und überhaupt wird auf so ziemlich alles eingegangen, was man im Bereich Effektivitätssteigerung wissen muss um seine persönliche Effektivität…nunja.. zu steigern, inklusive Begründungen, warum man das denn tun überhaupt tun soll. Und etwa ab der Hälfte des Buches werden einem konkrete Methoden vorgestellt wie man aufhört zu prokrastrinieren, wie man effektiver arbeitet, wie man sich motiviert, wie man sich auf die wesentlichen Dinge fokussiert.

Auch die Autoren des Buches sind der Ansicht, der Weg ist das Ziel. Einer meiner Lieblingsteile in diesem Buch. Erläutert wird es anhand des Wunsches ein Auto zu haben. Vorsicht Spoiler. Folgende Beispiel wird im Zusammenhang mit äußerer und innerer Motivation erläutert. Man soll sich vorstellen, dass man sich in der Situation befindet, ein Auto haben zu wollen. wie bekommt man es also. Man stellt sich vor, wie es ist das Auto zu haben, damit zu fahren, in ihm drin zu sitzen, die Farbe, die Form, den Geruch des Autos. Dann besucht man am besten Autohäuser, setzt sich in ein Modell des Autos, ruft die Vorstellung ab, wie schön es sein wird. Dann schreibt man das alles auf, verinnerlicht es, malt ein Bild, oder so, hängt es über sein Bett, rahmt es am besten noch ein und definiert dies als sein Ziel. Ich will dieses Auto und ich werde es bekommen. Jetzt kommt der Haken an der Sache. Was passiert also? Die Person bekommt das Auto, erlebt einen kurzen Glücksmoment und hat kein Ziel mehr. Aber warum? Zwar hat das Gehirn sich die Freude vorgestellt, die der Besitz des Autos auslöst, aber auf dem Weg dorthin war mit dem Gedanken „Ich werde das Auto bald haben“ immer auch der Gedanke „Ich habe das Auto noch nicht/jetzt nicht“, weshalb zu jedem gegenwärtigen Zeitpunkt die Person immer das Gefühl hat, es fehlt etwas in ihrem Leben. Beim Erreichen des Ziels kommt es zur kurzzeitigen Ausschüttung von Dopamin, dann ist es vorbei. Das Gehirn will diesen Glücksmoment wieder haben und es geht von vorne los. Man wird zum „Zieljunkie“, immer auf der Suche nach kurzfristigen Glücksmomenten, aber dauerhafte Zufriedenheit stellt sich nicht ein. Warum das so ist, und warum das Glück nur kurzfristig ist, darauf wird im Buch noch eingegangen. Aber die klassische Lösung des Problems: Der Weg ist das Ziel. Fokussierung der persönlichen Vision auf den Weg und nicht das Ziel, Konzentration auf Tätigkeiten und nicht auf Ergebnisse. Stichwort: Selbstverwirklichung. Im Laufe des Buches werden dann konkrete Methoden vorgestellt, was man mit eben Gelerntem jetzt machen kann, wie man dieses Wissen sinnvoll umsetzt um seine persönliche Effektivität zu optimieren und Persönlichkeit weiterzuentwickeln.

Die graphische Darstellung des Inhaltsverzeichnisses:

Auf der linken Seite ist ein trauriges Strichmännchen, neben dem steht: Null-Effektivität, Prokrastination, Demotivation, Sinnlosigkeit, Frustration, Chaos + Stress.

Dann ist da ein Pfeil, der zu einem glücklichen Strichmännchen führt, neben dem steht: innere Motivation, Aktionsfähigkeit, Produktivität + Effektivität, Zufriedenheit, Flow, Gewohnheiten.

Fazit: sehr motivierende Anleitung, die einen ermutigt sie sofort in die Tat umzusetzen und von der ich denke, dass sie jedem Menschen helfen kann zufriedener mit sich selbst und seinen Leistungen zu werden

2. Fazit (nach knapp einem Jahr)

Da das 1. Ausbildungsjahr ja jetzt fast vorbei ist, dachte ich mir, dass ich ja noch einmal ein Fazit schreiben kann.

Die erste Sache, die mir gerade jetzt in der 2. Hälfte des ersten Jahres ganz besonders bewusst geworden ist, ist die, dass Organisation extremst wichtig ist.

Gerade gestern erst habe ich nämlich meine kompletten Schulsachen sortiert und mir ist aufgefallen, wie viel das inzwischen ist.

schulsachen
große Ordner: Arzneimittelkunde und alle Fächer, die nicht in extra Ordner sind; kleine Ordner: galenische Übungen, Galenik (fehlt auf dem Bild), chemische Übungen; ein Klausurenschnellhefter, ein Deutsch-Arbeitsheft und ein Matheheft, in das ich alle Übungsaufgaben geschrieben habe

Außerdem ist mir auch jetzt am Ende des 1. Jahres noch einmal bewusst geworden, wie wichtig eine ständige Unterrichtsvorbereitung und auch Unterrichtsnachbereitung ist, denn auch wenn alles ordentlich ist, dass man im Notfall jeden Stichpunkt schnell nachschlagen kann, wenn man nichts davon weiß, was man da abgeheftet hat, bringt das auch nichts. Ich persönlich habe auch nicht allzu wenig noch nachzuholen. Da bin ich während der Schulzeit (auch wegen meinen tausend anderen Aktivitäten wahrscheinlich) einfach nicht dazu gekommen. Allerdings lag es auch großteils einfach daran, dass wir in einer Woche teilweise 3 Klausuren hatten und die nächste wieder… und ich auch daher nicht dazu gekommen bin ein Fach komplett fertig zu lernen, weil ich ja auch für die anderen Klausuren lernen musste… Manche in meiner Klasse haben es dann so gemacht, dass sie für eine gelernt haben und dafür in den anderen zwei dann schlechte Noten hatten oder sie nachschreiben mussten. Ich denke, das muss jeder für sich sehen, aber die Klausurendichte und auch die generelle Lernstoffdichte war auf jeden Fall nicht nur bei mir ein Problem.

 

 

Generell mit dem Lernstoff an sich hatte ich persönlich aber absolut keine Probleme. In Mathe sind wir zwar ein bisschen auch endlich in das pharmazeutische Rechnen eingestiegen (z.B. pH-Wert- Berechnung), was teilweise auch komplett neu für mich war, aber unsere Mathelehrerin hat das so super erklärt, dass ich tatsächlich nicht denke, das irgendjemand in der Klasse es nicht verstanden hat. Generell ist mir aufgefallen, dass die Lehrer alle überaus hilfsbereit sind und wirklich auch in den Dialog mit der Klasse treten, versuchen Probleme zu erkennen und tatsächlich auch zu helfen. Unsere Arzneimittelkundelehrerin z.B. hat irgendwann damit begonnen und nach jedem Thema Fallbeispiele auszuteilen, die wir dann lösen sollten, was extrem hilfreich war, da man sich so noch einen Moment länger auch im Unterricht noch mit dem Thema beschäftigen konnte und dann auch besser für die Klausur vorbereitet war. Natürlich darf man dann nicht den Fehler machen und nur die Fragen von den Übungsblättern zu lernen. Auch unsere Chemielehrerin hat uns immer Zusammenfassungen ausgeteilt, damit der ganze Lernstoff nicht so erschlagend war und wir konkret wussten, was wir für die Klausur zu lernen hatten. Ich persönlich mache mir sowieso auch immer Zusammenfassungen nach jedem Thema selbst, weil einfach die Blätter z.B. in Arzneimittelkunde in einer Doppelstunde teilweise auf 20-40 Seiten kommen und ich da schnell den Überblick verliere, wenn ich mir das nicht anständig komprimiere. Das kann ich auf jedem Fall auch nur jedem empfehlen, ich denke nämlich, dass auch im 2. Jahr noch eine Menge an Stoff hinzukommt.

Alles in allem hat mir das 1. Jahr mega viel Spaß gemacht, ich finde jedes Fach mega interessant. Wir hatten jetzt auch schon die ersten Stunden in Mikroskopieren, das habe ich zuletzt in der 6. Klasse gemacht, und das fand ich damals schon voll cool. In den Sommerferien müssen wir jetzt ein Herbarium erstellen. Das finde ich auch eine voll schöne Aufgabe. Ein bisschen durch die Natur laufen, Pflanzen sammeln, ein paar nette Sachen dazu aufschreiben… Unsere Lehrerin hat uns auch fast 100% kreativen Spielraum dafür gelassen. Wir müssen nur etwa 8 vorgegebene Aspekte der Pflanze nenne (Name in deutsch und lateinisch, Fundort etc. etc.) und können es ansonsten komplett frei gestalten.

Ich bin aber auch einfach ein Mensch, der sich schon immer total für Naturwissenschaften begeistern konnte. Ich finde Chemie total interessant, Biologie, gerade so Wirkungsweisen von Arzneimitteln faszinieren mich teilweise, und ich denke, wenn man nicht zumindest ein Grundinteresse in diesem Bereich hat, dann wird es sehr viel schwerer, gerade mit der Menge an Stoff, die wir haben, denn dann ist es wirklich lernen lernen lernen. Für mich ist das Spaß. Ich liebe lernen. Wenn einem Lernen kein Spaß macht und man Mathe auch doof findet und man irgendwelche biochchemischen Hintergründe von irgendwelchen Medikamenten auch nicht toll findet, dann wird es sehr viel Arbeit, aber selbst dann glaube ich, dass es machbar ist, eben weil die Lehrer so bereit sind zu helfen und alles extremst komprimieren und sehr fair bewerten und eine Sache auch zehnmal oder dreißig mal erklären (wenn man sie darum bittet).

Schizophrenie

Was ist Schizophrenie?

Schizophrenie ist eine psychische Erkrankung mit vielgestaltigem Erscheinungsbild aus der Gruppe der Psychosen.

Das sind sog. „Seelenkrankheiten“, d.h. Krankheiten, die mit zeitweiligen und weitgehenden Realitätsverlust, Wahnvorstellungen und Störungen des Denkens/der Sprache/der Gefühlswelt einhergehen.

Desweiteren wird Shizophrenie teilweise als „endogene Psychose“ bezeichnet, wobei endogen bedeutet, dass die Entstehung „von innen“ kommt, d.h. ohne begründeten Erlebnis-Zusammenhang verläuft.

Wie äußert sich Schizophrenie, d.h. welche Symptome gibt es?

Die Symptome werden in drei Gruppen unterteilt: negative Symptome, positive Symptome und kognitive Symptome.

Da die Symptome zwischen den Gruppen (Plus und Minus) sehr gegensätzlich sind (Aphatie und Motivationslosigkeit – Halluzinationen) wird die Symptomkonstellation als heterogen (uneinheitlich) bezeichnet.

Als negative Symptome gelten Motivationslosigkeit, emotionale Labilität, Aphatie (Teilnahmslosigkeit) und Sprachverarmung.

Positive Symptome sind akustische und optische Halluzinationen, Wahnphänomene und „bizarres Verhalten“ (Bsp. Mann steht auf, zieht Anzug an, Badeschlappen und Gießkanne und will einkaufen gehen).

Kognitive Symptome betreffen die Informationsverarbeitung und sind daher Denkstörungen, Affektstörungen und mangelnde Aufmerksamkeit.

Wie ist der Krankheitsverlauf einer Schizophrenie (Pathogenese)?

Bevor die Krankheit ausbricht kommt es mitunter zu einer Vorläufersymptomatik. Der Patient ist emotional empfindlicher, verliert Interesse an sonst mit Vorliebe ausgeübten Tätigkeiten, ist angespannt, verliert Bezug zur Wirklichkeit, fehlinterpretiert daher ggf. manche Aspekte. Es kann zur Entwicklung von Wahnvorstellungen kommen, Patient fühlt sich verfolgt/bedroht, fühlt sich „entfremdet“. Dies alles führt zu großer Unsicherheit, sozialem Rückzug, bis hin zu Aggressivität, wodurch Patient wiederum in eine depressive Verstimmung rutsche kann und Angstzustände bekommt.

Diese Phase der Vorläufersymptome (Vorphase-Prodromalphase) dauert i.d.R. 5 Jahre. Dann kommt es zum Erscheinen erster psychotischen Symptome.

Nach dem Erscheinen der ersten psychotischen Symptome vergeht meist ein weiteres Jahr bis die schizophrene Symptomatik sich so stark etabliert hat, dass Patient im Zuge einer schweren psychischen Krise eingewiesen werden muss (Hospitalisierung).

Der Ausbruch der Krankheit beginnt meist zwischen 20 und 30 Jahren.

Ist die Schizophrenie ausgebrochen, verläuft die Krankheit progressiv. Da bedeutet, dass sich die Symptomatik mit zunehmender Zeit verschlimmert.

Außerdem spricht man von Symptomlabilität, da keine bestimmten Gesetzmäßigkeiten bzgl. des Symptomerscheinens zu definieren sind. Plus- und Minus Symptomatik wechseln sich episodenartig ab, wobei zwischen diesen krankhaften Episoden eine zeit liegt, in der der Patient wieder teilweise bis komplett gesund erscheint.

Diese Phasen des Gesundseins werden aber aufgrund genanntem progressiven Krankheitsverlauf (Progredienz) immer kürzer. Die krankhaften Episoden kommen in immer kürzeren Abständen (Intervallen) und werden auch immer länger, bis der Patient zuletzt fast gar keine bis gar keine „normalen“ Phasen mehr hat.

Schizophrenie-Subtypen 

Obwohl die Einteilung in Unterkategorien aufgrund der Symptomlabilität nur bedingt geeignet ist wird unterteilt in paranoide-halluzinatorische Schizophrenie (Wahn und optische Halluzinationen), hebephrene Schizophrenie (affektive Veränderungen, d.h. Stimmlagenveränderungen, Antriebslosigkeit, ungeordnetes Denken) und Schizophrenia Simplex (schleichende Minus-Symptomatik-Progredienz, keine auffallende Plus- Symptomatik).

Was ist bei Schizophrenie-Patienten physiologisch anders (Pathophysiologie)?

  • Genmutation auf Chromosom 1, 5, 6, 8, 10, 13, 18 und 22
    • an Position 158 des 22. Chromosoms ist Methionin durch Valin getauscht, was Aktivität des Enzyms Catechol-O-Methyltransferase (COMT) steigert, das Dopamin im synaptischen Spalt abbaut (-> Dopaminmangel)
  • neuronale Entwicklungsstörung (gestörtes synaptisches Wachstum und Differenzierung)
    • erst zwischen 15. bis 30. Lebensjahr klinisch manifestiert (sichtbar werdend)
  • defekte Konnektivität (Vernetzungsfähigkeit), d.h. Mangel an Nervenfasern und Synapsen zwischen Mittelhirn, Nucleus Accumbens, Thalamus, präfrontalem Cortex und temporo-limbischen Cortex
  • dopaminerge Hyperreaktivität (Überfunktion) im mesolimbisch-mesokortikalem System
  • dopaminerge Dysregulation (Fehlsteuerung) mit gleichzeitiger bestehender Unter-oder Überfunktion der Transmission in einzelnen Hirnregionen

Aus welchen Behandlungsprinzipien besteht die Therapie?

  1. Verhinderung und Behandlung von Selbst- und Fremdgefährdung
  2. Einbeziehung von Angehörigen, im Einvernehmen des Patienten
  3. Verhinderung/ Verminderung sozialer Schizophreniefolgen
  4. Erreichen und Stabilisation der Remission (Nachlassen von Krankheitssymptomen)
  5. Verbesserung der allgemeinen Lebensqualität des Patienten
  6. berufliche und soziale Rehabilitation

 

1. kurzes Fazit nach halbem Jahr Ausbildung

Der Stoff ist in Mathe, Physik, Deutsch und Englisch überaus unanspruchsvoll. Das sind Inhalte (Prozentrechnung, Dreisatz, Viskosität, Proportinalität, Kommasetzung etc.), die man ja schon in der Unterstufe (G8, Gymnasium) behandelt.

Gerade wenn man direkt aus der Schule kommt, egal ob Abi, Fachhochschulreife oder Real, ist das wohl ohne großen Aufwand zu schaffen, aber wenn zwischen der letzten Schulzeit und dieser Ausbildung schon ein paar Jahre liegen scheint es deutlich schwerer zu fallen sich da auch in vergleichsweise kleineren Themen einzufinden.

Ich denke aber, wenn man sich dessen bewusst ist, am Besten schon vor Ausbildungsbeginn, kann man sich diese „Basics“ noch einmal anschauen und im Unterricht dann direkt mitkommen, ohne erst dann mit Fragen und Verständnisproblemen und Nacharbeit anfangen zu müssen, da dann eigentlich nicht wirklich Zeit ist sich noch mit dem Nachholen von „Basics“ zu beschäftigen, da der Stoff in den anderen Fächern vergleichsweise enorm ist.

Arzneimittelkunde, Botanik, Galenik und Körperpflege haben eine ziemliche Informationsdichte in ihren Unterrichtsstunden.

Während wir in Mathe zwei Stunden über Prozentrechnung reden und zwei bis drei Aufgaben davon in aller Ausführlichkeit besprechen, reden wir in der gleichen Zeit in Arzneimittelkunde über das komplette Themenspektrum von Depression, Schizophrenie und Alzheimer, samt Wirkungsweise der einzelnen Wirkstoffe, die in deren Therapie eingesetzt werden könnten, inkl. sämtlicher Nebenwirkungen und ICD-10 Einstufungen…

Genauso sieht es in den anderen genannten Fächern aus. Im Hinblick auf die Prüfung ist es absolut notwendig regelmäßig den Stoff nachzubereiten, da außerdem auch in den folgenden Sunden besprochener Stoff meist direkt vorausgesetzt wird.

Man sieht also, dass man im Grunde schon genug zu tun hat, auch ohne sich noch mit irgendwelchen Nacharbeitungen aus der Unterstufe zu beschäftigen. Gerade auch wenn man Kinder hat, einen anderen Job, oder aus sonstigen Gründen wenig Zeit und Motivation, oder wenig Verständnis und Faszination für so Sachen wie unterschiedlicher Zellaufbau verschiedener Pflanzen, dahingehende Unterscheidungsmerkmale, Wirkstofffunktionsweisen verschiedener Drogen, Funktion des Nervensystems, etc. etc., dann sollte man das vielleicht lieber lassen oder zusehen, dass man sich ausreichend motiviert, denn es werden jede Woche irgendwelche Sachen benotet, und wenn man nicht am Ball bleibt, oder mal so ne Woche einfach so fehlt, dann wird das nix…

Jetzt sind die Inhalte von Arzneimittelkunde etc. zwar vom Umfang her viel ausführlicher als z.B. in Mathe, aber dennoch nicht schwieriger als Grundkurs-Niveau (Abi G8). Fast alles, was wir bisher in Arzneimittelkunde und Botanik (Aufbau und Funktion von Pflanzenzellen verschiedener Gewebsarten und verschiedener Zellorganellen) gehabt hatten, wurde bei uns in der Schule zumindest mal angesprochen früher.

Damit bleiben im Prinzip zwei Lernfächer, die sonst bestimmt die Wenigsten in ihrer bisherigen Schullaufbahn hatten: Galenik und Körperpflege, wobei in Galenik viele Vorgänge und Herstellungsverfahren besprochen werden, sodass man sich keine nervigen Listen unzusammenhängender Aspekte merken muss, was es extremst vereinfacht. In Körperpflege ist es bisher leider so, dass wir teilweise zwei Listen mit irgendwelchen Konservierungsmitteln lernen müssen, was nicht sonderlich spannend ist, da nicht darauf eingegangen wird, warum und wie jetzt was genau konserviert wird, aber vielleicht ist es für gern auswendiglernende Leute ganz praktisch.

Alles in Allem denke (und beobachte) ich, dass es für Leute ohne Gymnasialerfahrung mitunter ziemlich anspruchsvoll sein kann und im Gegensatz dazu für Leute mit Gymnasialerfahrung teilweise etwas langweilig. Muss jeder selbst wissen, womit er besser klar kommt.

Für gute bis sehr gute Realschüler sollte das eine interessante und abwechslungsreiche Ausbildung ohne übermäßigen Lernaufwand sein, bei dem man es sich dennoch nicht leisten kann Tagelang zu fehlen, aber sich dafür auch nicht langweilt.

Als Abiturient würde ich aber auf jeden Fall Pharmazie studieren. Das ist anspruchsvoller, interessanter, weniger langweilig, man verdient viel mehr, und kann immer noch in der Apotheke arbeiten, wenn man das denn unbedingt will, kann sogar eine eigene besitzen, wenn man besteht, daher…

Anmerkung nach kurz vor Ende des 1. Jahres (22.06.18): Inzwischen ist es nicht mehr „langweilig“, und ich denke, dass die PTA-Ausbildung gerade im Hinblick auf das Pharmaziestudium ein sehr guter Auftakt ist, denn im Studium wird es richtig schwierig und kompliziert. Als PTA hat man jedes Thema schon einmal angesprochen und im Bezug auf die Regelschulzeit vertieft, aber im Grunde ist es immer noch fast oberflächlich. Selbst jetzt gibt es noch so viel, von dem uns extra gesagt wird, das müssen wir nicht lernen, das ist zu kompliziert. Ein Pharmziestudent, der direkt ohne sonstiges Vorwissen einsteigt, der wird da sicher auch einiges dran zu lernen haben… Außerdem lernt man als PTA wohl den ganzen Galenikaspekt ausführlicher, hab ich mir sagen lassen…

Prozentrechnung (Basics)

Was heißt „Prozent“?

„Prozent“ kommt von „pro centrum“, was soviel wie „Teil von Hundert“ heißt.

Mit Prozent (%) wird also angegeben wie viel Teile von 100 etwas hat, oder aus wie vielen Teilen von Hundert etwas besteht.

Beispielaufgabe

Hat man also z.B. einen Jahrgang mit 100 Schülern und 60% dieses Jahrgangs haben z.B. blaue Augen, dann wären das genau 60 Schüler, da sich die Angabe Prozent(%) ja auf die Anzahl (der blauäugigen Schüler) von der Gesamtmenge (100 Schüler) bezieht. Dabei entspricht die Gesamtmenge immer 100%, da „Prozent“ ja „Teil von Hundert“ bedeutet.

Wären es jetzt z.B. nur 50 Schüler, dann wären diese 50 Schüler in diesem Fall die 100%. 25 Schüler entsprächen 50%, und so weiter. Um jetzt herauszufinden wie viel 60% von 50 Schülern ist, teilt man die 50 einfach durch 100. Dann hat man herausgefunden, wie viel Schüler einem Prozent entsprächen, und da man ja auf die 60% kommen will, nimmt man das errechnete Ergebnis und multipliziert es mit 60.

Das sähe dann so aus:

50 Schüler entsprechen 100%

50:100 = 0,5                 //0,5 Schüler entsprechen einem Prozent. Okay zugegeben, das Beispiel mit halben Schülern ist ziemlich doof xD

0,5*60=30                    //60% von 50 Schülern sind 30 Schüler

Anstelle von Schülern kann man natürlich Prozentsätze von allem Möglichen ausrechnen.

Bausteine der Prozentrechnung

Die Gesamtmenge, auf die die Prozentangabe bezogen ist (z.B. 50% von 60 Äpfeln, 76% von 300 Buntstiften, 34% von 5g Alkohol), wird übrigens als „Grundwert“ bezeichnet.

Der Anteil der Gesamtmenge, also der Wert, der oben ausgerechnet wurde, der tatsächliche Wert, der der Prozentangabe entspricht, die gesucht wird

(Bsp. 50% von 100 = 50,

30% von 77 = 23,1,

66% von 888 = 586,08),

wird als „Prozentwert“ bezeichnet, und die Prozentangabe, also die „60%“ oder „3,7%“ wird „Prozentsatz“ genannt.

Welche zwei Möglichkeiten gibt es eine Prozentrechenaufgabe zu lösen?

Dreisatz oder Verhältnisgleichung

Beispielaufgabe_Prozentwert wird gesucht 

Ein gebrauchtes Auto kostet auf irgendeinem Gebrauchtwagenportal 430€. Glücklicherweise findest du es auf einem anderen Portal noch einmal um 8% billiger. Wie viel kostet das Auto also dort?

Die Gesamtmenge (Grundwert), auf die sich die Prozentangabe bezieht, ist gegeben: 430€. Die Gesamtmenge entspricht, wie immer bei %, 100%.

Der Prozentsatz ist auch gegeben: 8%.

430 wird also durch 100 geteilt um herauszufinden wie viel Euro Einem % entsprechen.

430:100 = 4,3

Das Ergebnis wird mit 8 multipliziert, da herausgefunden werden soll, wie viel Euro 8% von 430 Euro sind.

4,3*8=34,4

Das Auto auf dem anderen Portal ist also um34,4€ billiger und kostet auf dem anderen Portal daher nur 430€-34.4€=395,6€.

Beispielaufgabe_Prozentsatz wird gesucht

In einer Klasse sind 32 Schülern, normalerweise. An diesem einen Tag sind 7 Schüler krank, wahrscheinlich weil eine Klausur geschrieben wird. Die Frage ist jetzt, wie viel Prozent der Schüler krank sind.

Die Ausgangsmenge, also die Gesamtmenge (Grundwert), ist wieder gegeben: 32.

Der Prozentsatz wird dieses Mal gesucht.

Dafür ist der Prozentwert gegeben, also der Wert, der dem Prozentsatz im Bezug auf den Grundwert entspricht.

Der Prozentsatz bezieht sich auf die 100 (100%).

Man schreibt also wieder, dass 32 Schüler 100% entsprechen.

Dieses Mal rechnet man aber nicht 32:100, da man ja keinen Prozentsatz hat um ihn dann zu multiplizieren. Man hätte mit der Information, dass 32:100=0,32 nichts anzufangen.

Vielmehr teilt man die 100:32, um herauszufinden wie viel % einem einzelnen Schüler entsprechen.

Also: 100:32=3,125          //Ein Schüler entspricht also 3,125%.

Und dieses Ergebnis nimmt man, wie gehabt, und multipliziert es mit der anderen gegebenen Zahl, dem Prozentwert, in diesem Fall die „7“.

3,125*7=21,875

Wenn also von 7 Schülern von insgesamt 32 Schülern die Rede ist, dann ist die Rede von genau 21,875%.

Wenn man will, kann man ja jetzt die Probe machen und in die andere Richtung zurückrechnen. 32:100=0,32 und 0,32*21,875=7. Taddaa

Beispielaufgabe_Grundwert wird gesucht

Du kaufst irgendwas ein. Netterweise bist du der 100. Kunde an der Kasse und bekommst deinen Einkauf daher 12% billiger. Du musst nur 45,7€ bezahlen. Du freust dich. Später fragst du dich, wie viel du denn eigentlich sonst hättest bezahlen müssen. Der Kassenzettel ist grad nicht aufzufinden.

Der Prozentwert (wie viel sind 12% in Euro) ist nicht gegeben. Der Grundwert (Ausgangsmenge), mit dem man leicht den Prozentwert berechnen könnte (s. oben), ist auch nicht gegeben.

Zwar ist nicht die Gesamtmenge (Ausgangsmenge) gegeben, die 100% entspricht, aber dafür ist eine andere Menge gegeben: 45,7€.

Da man von der ursprünglichen Menge 12% abgezogen hat um auf die Menge (45,7) zu kommen, die du an der Kasse tatsächlich bezahlt hast, entspricht diese Menge logischerweise 100-12=88, also 88%.

Wenn wir jetzt die 45,7 durch 88 teilen erhalten wir wieder den Euro-Wert, der Einem % entspricht.

Also: 45,7:88=457/880          //Da mit dieser Zahl weitergerechnet werden soll, ist es besser sie im Bruch stehen zu lassen, da das Ergebnis sonst ggf. verfälscht würde.

Die 457/880 jetzt mit 12 zu multiplizieren ergibt den gesuchten Euro-Wert, der 12% entspricht.

457/880*12=1371/220 ist ungefähr 6,23           //auf zwei Stellen runden, da es ja nur bis min. 1 Cent geht…

Der Einkauf wäre also ursprünglich um etwa 6,23€ teurer gewesen, also 45,7+6,23€=51,93€.

Hilfsstoffe in Hautpflegeprodukten

Hilfsstoffe erfüllen unterschiedliche Funktionen.

Emulgatoren sorgen für den Zusammenhalt zwischen flüssiger und öliger Phase, d.h. für die Stabilität des Endproduktes, indem sie die Oberflächenspannung an den Phasenübergängen herabsetzen, sodass die Substanzen sich miteinander vermischen.

Unterschieden wird zwischen anionenaktiven, kationenaktiven, amphotheren und nichtionogenen Emulgatoren.

Konservierungsmittel machen das Präparat länger haltbar indem sie die Entwicklung von Mikroorganismen hemmen.

Wenn ein Stoff in der Zubereitung allerdings v.a. eine andere Funktion hat, dann ist er nach der Kosmetik-Verordnung kein Konservierungsmittel sondern eben was-auch-immer-seine-primäre-Aufgabe-sonst-ist. Daraus ergibt sich aber auch, dass es sein kann, dass Produkte dem Endverbraucher als „konservierungsmittelfrei“ verkauft werden dürfen, wenn sie eben nur durch solche Stoffe konserviert sind.  Das kann im Bezug auf Allergien ggf. problematisch sein, ist aber auch einfach praktisch nicht auch noch an das Konservierungsmittel denken zu müssen.

Anhand ihrer chemischen Struktur werden Konservierungsmittel in Alkohole, Säuren und ihre Salze, Guanidinderivate, aromatische Verbindungen, Formaldehyddonatoren und Sonstige unterteilt.

Lipidkomponente sind einfach lipidartige Stoffe, d.h. Fette und Öle, um der Zubereitung einen höheren Lipidcharakter zu geben, um der Haut zusätzlich Fett zuzuführen (z.B. bei trocken-fettarmen Hautzuständen), oder auch die Spreitungsfähigkeit (Verteilung auf der Haut) zu verbessern.

Wachse sind Grundlagen für Hautcremes.

Hydrogelbildner sorgen z.B. für eine Viskositätserhöhung der Zubereitung, da sie unter Quellung Wasser oder wässrige Lösungen aufnehmen und daraus Hydrogele (=Gele auf Basis von Wasser oder wässrigen Lösungen) bilden. Diese Quellung betrifft nur die wässrige Phase, wodurch Hydrogelbildner auch als Emulsionsstabilisatoren gelten, da die ölige Phase sich durch die höhere Viskosität der wässrigen Phase weniger leicht sedimentiert (=absetzt).

Unterschieden wird zwischen natürlichen (z.B. Pektin aus Zitrusfrüchten, Agar aus Algen, Natriumalginat, Carrageen, Cellulose) und synthetischen (z.B. Polyacrylsäure) Hydrogelbildnern.

Cellulosederivate, wie z.B. Carboxymethylcellulose, werden auch als Verdickungsmittel verwendet.

Polyacrylsäure selbst ist nicht wirklich in Wasser löslich und erst durch Neutralisation zur Quellung fähig.

Antioxidantien machen Zubereitungen ebenfalls länger haltbar, allerdings aufgrund der Hemmung der Oxidation von ungesättigten Fettsäuren, d.h. sie Verhindern oder zögern das „ranzig werden“ heraus, indem sie freie Radikale, die durch Licht- und Wärmeeinwirkung entstehen, sozusagen „abfangen“ und mit ihnen stabile Verbindungen eingehen.

Schwebemethode

Was ist unter der Schwebemethode zu verstehen?

Das ist eine physikalische Methode zur Dichtebestimmung von Wachs aus dem Deutschen Arzneibuch unter Punkt 2 „Allgemeine Methoden“.

Wie wird vorgegangen?

  1. Wachs schmelzen um Lufteinschließungen auszuschließen, da diese die Messung durch ihr zusätzliches Volumen, das nicht zum Wachs an sich gehört, verfälschen würden (Dichte = Masse auf Volumen)
  2. Wachs auf Metallplatte gießen und erstarren lassen, da Verfahren nur bei Festkörpern funktioniert, da es darum geht diesen in der Flüssigkeit „schweben“ zu lassen, was bei einer weiteren Flüssigkeit oder einem Gas einfach nicht geht, da diese sich mit der Referenzflüssigkeit vermischen würden
  3. Wachs in Würfel schneiden und 24h bei Raumtemperatur herum liegen lassen (20 Grad Celsius), da Dichte temperaturabhängig ist
  4. die Wachswürfel in eine 40% (V/V) Ethanol-Wasser-Mischung geben, die auf 20 Grad Celsius temperiert ist)
  5. durch Zumischen von Wasser oder Ethanol 96% (V/V) die Mischung solange ändern bis Wachswürfel schweben (da ein Festkörper in einer Flüssigkeit nur dann schwebt, wenn Dichte des Festkörpers = Dichte der Flüssigkeit ist und man nun nur die Flüssigkeitsdichte zu messen braucht, und Festkörperdichte dieser dann entspricht), währenddessen ständig umrühren, damit sich Alkohol-Wasser-Schichten vermischen und die Messung durch die Dichte nur einer einzelnen Phase nicht verfälscht wird
  6. Dichte der Alkohl-Wasser-Mischung bestimmen

Manometer

Was ist ein Manometer?

Ein Manometer ist ein Druckmessgerät, das den Druck einer Flüssigkeit oder eines Gases misst.

Bestimmt wird der relative Druck (relativ zum Luftdruck = 1 atm). Der absolute Druck einer flüssigen oder gasförmigen Substanz wird mit einem Barometer gemessen.

Manometer werden u.a. unterteilt in Flüssigkeitsmanometer und Kolbenmanometer.

Mit einem U-Rohr-Manometer kann beispielsweise der Luftdruck durch das Verschieben von Flüssigkeitssäulen angezeigt werden.

Das U-Rohr ist ein sogenanntes „kommunizierendes Gefäß“, was bedeutet, dass es aus zwei Teilen (Rohre) besteht, die miteinander verbunden sind. I.d.R. sind kommunizierende Gefäße oben offen.

In diesem U-Rohr-Manometer befindet sich Quecksilber (Hg), aber da einer der U-Rohr-Schenkel oben geschlossen ist, wirkt der Luftdruck nur auf einer Seite (der offenen Seite), da er nur dort Kontakt mit der Flüssigkeit (Hg) hat. Diese verschiebt sich dadurch, weshalb die beiden Schenkel des U-Rohres einen unterschiedlich hohen Füllstand haben. Die Differenz zwischen der Hg-Höhe des einen und des anderen Schenkels kann nun als Luftdruck-Wert abgelesen werden.

U-Rohr-Manometer_schematische Darstellung

Quecksilber wird dabei deshalb verwendet, da es eine sehr große Dichte hat. Der gleiche Versuchsaufbau wäre z.B. mit Wasser sehr viel größer. Dieser Versuchsaufbau begründet auch die Herkunft von mmHg als Einheit für Druck, da die Differenz zwischen den Schenkelfüllhöhen mit dem Quecksilber-Versuchsaufbau bei Normaldruck (mittlerer Luftdruck an Erdoberfläche) genau 750 mm beträgt.

Heute wird die Maßeinheit mmHg nur noch für die Blutdruckmessung verwendet.

Wären beide Schenkel des U-Rohr-Manometers geöffnet, würde der Luftdruck an beiden Seiten wirken, und die Hg-Höhen wären ausgeglichen.

U-Rohr-Manometer_beide Schenkel offen

Druck

Was ist Druck?

Druck ist definiert als die Kraft (F), die auf eine bestimmte Fläche (A) ausgeübt wird.

Druck_Skizze

Die Formel für Druck sieht also wie folgt aus:

Druck ist gleich Kraft durch Fläche

Die abgeleitete Basis-Einheit für Druck ist [Pa] (Pascal), benannt nach Blaise Pascal, der sich seinerzeit mit dem Druck in Flüssigkeiten und Gasen beschäftigt hat und dem wir  u.a. den Barometer zu verdanken haben.

Weitere Einheiten sind:

[atm] Atmosphäre

[mmHg] Millimeter Quecksilber

[Torr] Torr, benannt nach Torricelli

[bar] Bar

Wie verhält sich der Druck, wenn ein Gas in einem geschlossenen System erwärmt wird?

Der Druck erhöht sich, da sich die Teilchen der Substanz durch Erwärmung (Energiezufuhr) beschleunigen und dadurch öfter gegeneinander und gegen das Behältnis prallen.

Außerdem verflüssigt sich das Gas mit zunehmender Temperatur übrigens, da das Behältnis begrenzt ist und sich die Teilchendichte aufgrund der schnellen Bewegungend er einzelnen Teilchen immer mehr der eines Flüssigkeit ähneln.

Wie verhält sich der Druck, wenn ein Gas in einem geschlossenen System gekühlt wird?

Der Druck sinkt, da sich die Teilchen langsamer bewegen und daher weniger oft gegeneinander prallen.

Warum nimmt der Luftdruck mit zunehmender Höhe ab?

Der Luftdruck nimmt ab, weil die Erdanziehungskraft mit zunehmender Höhe weniger stark auf die Gasteilchen der Luft wirkt, da sie mit zunehmender Höhe einfach weiter von der Erde entfernt sind. Daher entfernen sie sich auch weiter voneinander („dünnere Luft“) und man kann schlechter atmen, da auch die Sauerstoffteilchen weiter voneinander entfernt sind und wir so mit der gleichen Menge Luft weniger davon aufnehmen. Durch die weitere Entfernung der Teilchen stoßen sie folglich weniger oft gegeneinander, es kommt also weniger oft zu der Kraft-auf-Fläche-Einwirkungssituation (Druck = Kraft auf Fläche), weshalb der Druck (Luftdruck, da es sich um Luft handelt) abnimmt.

Luftdruck ist also definiert als der Druck (p), der durch die Gewichtskraft der Luftsäule (F) auf die Erdoberfläche (A) entsteht.

Dichte

Was ist Dichte?

Dichte ist das Verhältnis, d.h. der Quotient, zwischen Masse und Volumen.

Zwei Körper haben also eine unterschiedliche Dichte wenn ihr Volumen trotz gleicher Masse ungleich ist, oder ihre Masse trotz gleichem Volumen ungleich ist.

1kg Federn und 1 kg BleiBsp. ein Kilo Federn (geringere Dichte, da gleiche Masse mehr Raum beansprucht, d.h. auf dem gleichen Raum sich weniger Masse befindet) und 1 kg Blei (größere Dichte, da gleiche Masse kleineren Raum beansprucht, d.h. sich mehr Masse auf gleichem Raum befindet)

Es wird unterschieden in absoluter und relativer Dichte, wobei die relative Dichte die Dichte einer Substanz im Vergleich zur Dichte einer Referenzsubstanz ist, während die absolute Dichte das Verhältnis der Masse eines Stoffes zu seinem Volumen beschreibt, weshalb die absolute Dichte auch als Massendichte bezeichnet wird, und die Einheit [g/ml] hat.

Die Formeln sind folgende:

absolute Dichte_Formel mit Temperaturangabe
absolute Dichte
density ist gleich absolute Dichte der Substanz durch absolute Dichte der Referenz
relative Dichte

Die 20 ist die Temperaturangabe, die notwendig ist, da Dichte temperaturabhängig ist. I.d.R. nimmt die Dichte eines Stoffes mit steigender Temperatur ab, da durch die Temperaturerwärmung die Teilchen des Stoffes in ihrer Bewegung beschleunigt werden (Wäremenergie -> Bewegungsenergie), wodurch sich dieser ausdehnt, da schnelle Teilchen mehr Platz brauchen, die Masse der einzelnen Teilchen aber gleichbleibt (mehr Volumen, gleiche Masse, also andere Dichte). Bei niedrigerer Temperatur bewegen sich Teilchen weniger schnell und sind daher enger beisammen, brauchen weniger Platz, „kommen nicht so weit“, weshalb sich auch ihre Dichte erhöht (mehr Masse in gleichem Volumen).

Da Dichte Temperaturabhängig ist müssen die zu vergleichenden Substanzen logischerweise die gleiche Temperatur haben (relative Dichte), da sie sonst sowieso einen unterschiedlichen Wert hätten.

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